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Ludwigsluster Tageblatt

01. Oktober 2016 | 01:48 Uhr

Velo Classico in Ludwigslust : Wie anno dazumal durchs Land

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Veloclassico 2016 startete am Sonntag von Ludwigslust aus. Am Wochenende drehte sich alles ums Radeln als Event

Enthusiastisch radelt Mike Gürgens die Ludwigsluster Schlossstraße entlang. In zünftigem Vintage-Outfit, denn schließlich ist man hier bei der Veloclassico, bei der die Historie des Radfahrens wieder auflebt. Gürgens ist aus Bergisch Gladbach angereist, um in Ludwigslust an den Start zu gehen. „Ich habe mir die 50-Kilometer-Strecke ausgesucht“, verrät Mike Gürgens und auch, dass er schon sehr gespannt auf den Rundkurs sei.

Drei Strecken werden bei der Veloclassico angeboten – die Genießer-Runde (48 Kilometer), die Liebhaber-Runde (89 Kilometer) und die Heldenrunde (149 Kilometer). Den großen Brocken hat sich Manfred Galonski aus Celle ausgesucht. „Ich war schon im letzten Jahr dabei, und das hat mir so gut gefallen, dass ich unbedingt wieder dabei sein wollte“, sagt der Niedersachse. Auch weil es nach Schwerin geht, eine Stadt, die Manfred Galonski ganz besonders gefällt. Sechs Stunden mit Pausen hat er für seinen 150-Kilometer-Kanten veranschlagt. Manfred Galonski ging mit einem italienischen Rennrad der Marke Pinarello aus den siebziger Jahren an den Start. Durchaus eine Herausforderung, denn im Gegensatz zur heutigen modernen Technik hat der Vintage-Renner von Manfred Galonski noch eine zweimal siebenfache Rahmenschaltung. „Meine Frau fährt auch mit, allerdings auf der Genießer-Runde, während ich mich anstrengen muss“, schmunzelt der Celler noch.

Währenddessen hört Hannelore Grünke aus Berlin aufmerksam zu. „Ich fahre nicht mit“, sagt sie, „bin aber trotzdem gerne hergekommen. Es ist doch etwas Anderes, wenn man live dabei ist, als nur im Fernsehen zuzuschauen.“ Es sei schon aufregend, die alten Fahrräder zu sehen und die dazu passende Garderobe… „Das muss man gesehen haben“, unterstreicht die Hauptstädterin, die sich im Gegensatz zu den Matadoren höchstens zum Spazierenfahren oder Einkaufen aufs Rad setzt.

Mit dieser klassischen Radrundfahrt in Deutschland will das Organisationsteam nach eigenem Bekunden ein ganz besonderes Radwochenende ins Leben rufen und sich damit einen eigenen lang gehegten Herzenswunsch erfüllen. Eine gemeinsame Ausfahrt auf drei selbst zu wählenden Strecken auf verborgenen Wegen und Straßen, bei der die Zeit nebensächlich ist, mit Pausenstationen, bei der kulinarische Vielfalt zu erleben ist… – das gehört zu Veloclassico genauso wie das stilvolle Outfit.

Um die 100 Teilnehmer der 150 km langen Helden- sowie der ca. 90 km langen Liebhaber-Runde passierten die Stempelstelle in der Kreisstadt Parchim. Zu ihnen zählte auch Tim Schinkel aus Dömitz, Sammler alter Rennräder: Für ihn stand sofort fest, dass er bei einer so attraktiven Radveranstaltung im eigenen Landkreis nicht am Rande stehen wollte. Für die Ausfahrt wählte er ein vor noch nicht all zu langer Zeit erworbenes französisches Motobecane aus dem Jahr 1979. Tim Schinkel kann sogar belegen, dass ein Vorbesitzer mit diesem Tourenrennrand schon einmal die Originalstrecke der Tour de France nachgefahren ist…

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erstellt am 18.Sep.2016 | 14:44 Uhr

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