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Ludwigsluster Tageblatt

09. Dezember 2016 | 16:31 Uhr

Dömitz : Warten auf die Nachtschwärmer

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

In Dömitzer Bat-Night gingen nach Mitternacht 115 Fledermäuse ins Fangnetz

Lange hatten die Kinder leise im Dunkeln hinter dem Tor der Kasematte Greif gewartet. Aber lange tat sich nichts im Fangnetz, das Fledermausexperte Henrik Pommeranz quer unter dem Gewölbe gespannt hatte. Erst kurz nach 23 Uhr ging der erste Nachtschwärmer ins Netz. Da waren die meisten Gäste der Bat-Night des Biosphärenreservates aber schon gegangen.

Wie jedes Jahr lädt das Amt im Oktober zur Fledermaus-Nacht auf die Festung. Ranger führen die Gäste in der Dämmerung mit Ultraschallgeräten über das Gelände, erzählen Wissenswertes über die geschützte Tierart und basteln mit Kindern Fledermauskästen. Gesehen haben die Besucher der Bat-Night aber nur wenige Fledermäuse am Himmel. „Woran das liegt, darüber können wir nur spekulieren“, sagt Dirk Foitlänger vom Amt für das Biosphärenreservat. „Der Sommer war lang und sehr warm, Die Elbe führt wenig Wasser. Außerdem war Vollmond.“ Kein Tag sei wie der andere. Und deshalb könne die BatNight auch immer nur eine Momentaufnahme sein.

Für längerfristige Bestandsaufnahmen gibt es das Monitoring. So konnten bisher von den 17 in Mecklenburg-Vorpommern vorkommenden Fledermausarten acht an der Elbe in Dömitz nachgewiesen werden. Darunter die Wasserfledermaus, das Braune Langohr, die Zwergfledermaus, die Bartfledermaus, die Breitflügelfledermaus und im Jahr 2014 zwei Mal auch die seltene Mopsfledermaus.

Die Fledermäuse auf der Festung suchen sich für ihr Winterquartier oft die Hohlräume im unterirdischen Gewölbe. Ob sie das auch nach dem Bau der Ausstellung „Im Grunde“ in der Kasematte Greif tun, wollen Fledermausexperten nun mit so genannten Schwärmfängen untersuchen.

In der im April 2015 eröffneten Dauerausstellung waren für die Fledermäuse ein „Hotel“ und drei kleinere Kuppeln gebaut worden. Henrik Pommeranz’ Fänge auf der Bat-Night zeigen, dass die Tiere auch weiterhin den Weg in die Kasematte nehmen. Zwischen Mitternacht und 2 Uhr verfingen sich 115 Fledermäuse im Fangnetz. Die meisten von ihnen waren Fransen- und Wasserfledermäuse.

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erstellt am 14.Okt.2016 | 08:13 Uhr

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