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Ludwigsluster Tageblatt

05. Dezember 2016 | 09:26 Uhr

Ludwigslust : Turbointernet: Noch etwas Geduld

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Der Breitbandausbau in den ersten drei Projektgebieten im Landkreis soll im nächsten Jahr erfolgen.

Ein langer Zeitstrahl hängt an der Wand in Rüdiger Falks Büro. „Wir sind jetzt hier“, sagt der Breitbandkoordinator des Landkreises Ludwigslust-Parchim und hält seine Hand an eine Stelle, an der das Ende des weißen Papiers bereits naht. Doch bevor Hochstimmung über einen ganz kurzfristigen Ausbau des schnellen Internets im ländlichen Raum aufkommt, fügt er hinzu: „Viele kleine Schritte haben wir schon erledigt, doch die Schritte, die jetzt kommen, sind die schwierigeren.“ Die drei Projektgebiete, die bereits in der ersten Vergaberunde für die Bundesfördermittel den Zuschlag erhalten hatten, beweisen das.

Auch rund sieben Monate nach der Bewilligung der Mittel sind dort noch keine Bagger in Sicht. „Aber die Ausschreibungen sind bereits vorbereitet“, erklärt Rüdiger Falk. „Sobald die Bescheide vom Land über die Kofinanzierung vorliegen, geben wir die drei Projektgebiete in den Ausschreibungsprozess.“ Das betrifft große Teile der Ämter Eldenburg-Lübz und Sternberger Seenlandschaft, zwei Gemeinden im Amt Plau sowie ein Gebiet, bestehend aus Wittendörp (Amt Wittenburg), Kogel (Amt Zarrentin) sowie mehreren Orten im Amt Stralendorf. „Unser Ziel ist es, bis Ende des ersten Quartals 2017 diese Aufträge zu vergeben, so dass in der zweiten Jahreshälfte die ersten Gebiete zum Teil fertig gestellt sein könnten“, so Joachim Müller, Fachdienstleiter Regionalmanagement. Die Prozesse beim geförderten Breitbandausbau seien für alle Beteiligten neu. Und bei der Ausschreibung – einem zweistufigen Verfahren – seien Fristen einzuhalten.

Um die Ausschreibungen und Vergaben rechtssicher vorzunehmen, hat sich der Landkreis Beistand geholt – für juristische Fragen und für die fachlich-technische Planung und Begleitung. „Damit die geforderte Leistung beim Kunden tatsächlich ankommt und auch die Tarifgestaltung vernünftig ist“, so Joachim Müller. Die Büros aus Hamburg und Dresden sind in einer Arbeitsgemeinschaft vereint.

Die bewilligten Fördermittel sollen die Wirtschaftlichkeitslücke schließen, die Telekommunikationsanbieter von einem Eigenausbau abhält. „Es geht also um die Differenz zwischen den Ausgaben des Unternehmens und den zur Refinanzierung zu erwartenden Gebühreneinnahmen“, so Joachim Müller. Die Preise für die Endkunden müssten die Anbieter dabei für mindestens sieben Jahre garantieren.

Welche Technologie im Einzelnen genutzt werden wird, steht noch nicht fest. „Wir müssen technologie- und anbieterneutral ausschreiben“, erklärt Rüdiger Falk. „Wir wollen aber hochleistungsfähige und nachhaltige Lösungen. Also Lösungen, die auf künftige Bedürfnisse aufrüstbar sind, ohne dass ein kompletter Neubau notwendig ist.“ Das könnte im Einzelfall auch ein Mix unterschiedlicher Technologien sein, so Joachim Müller.

Bei den 13 Projektgebieten, für die der Landkreis Ende August die Fördermittelbescheide erhalten hatte, könnte es etwas zügiger vorangehen. „Da können wir ja schon auf die Erfahrungen zurückgreifen, die wir mit den ersten Gebieten gemacht haben“, so Rüdiger Falk. „Ziel ist es, alle Projektgebiete bis Ende 2017 auszuschreiben und bis 2018 umzusetzen.“ Dazu würden zum Beispiel auch Ludwigsluster Gewerbegebiete sowie Dörfer wie Kummer, Glaisin, Karenz, Malliß, Gorlosen oder Eldena gehören. Rüdiger Falk ist zuversichtlich, dass der Termin gehalten werden kann. „Auf uns sind schon viele Baufirmen und Telekommunikationsanbieter zugekommen, die an den Ausschreibungen teilnehmen wollen“, so der Koordinator. „Sie haben erklärt, sich Tiefbaukapazitäten gesichert zu haben, um das Ziel 2018 erfüllen zu können.“

Wer wissen möchte, ob sein Wohnort zu einem der geförderten Projektgebiete gehört oder ob ein Telekommunikationsanbieter einen Ausbau plant, kann sich an Rüdiger Falk (Tel. 03871 /  722-6008) wenden. „Wir freuen uns auch über Hinweise zu Einzelgehöften, schlecht versorgten Unternehmen und ähnlichem“, so der Falk. „Die können wir für die Ausschreibungen nutzen.“  

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erstellt am 29.Nov.2016 | 07:00 Uhr

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