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Ludwigsluster Tageblatt

04. Dezember 2016 | 15:14 Uhr

Ludwigslust : Tourismus und seine Klippen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Velo Classico-Chef Detlef Koepke und Wassererholungs-Unternehmer Harald Kuhnle geben Politikern Aufgaben mit

Sie bergen zweifellos touristische Potenziale und standen dann auch im Mittelpunkt eines Gesprächs: Die Vintage-Radtour Velo Classico und der Wassertourismus. Beides sind Pfunde, mit denen auch Ludwigslust wuchern kann. Wie man dies macht und welche Hürden es zu meistern gilt – darum ging es bei der Runde im Wahlkreisbüro des SPD-Landtagsabgeordneten Dirk Friedriszik. Teilnehmer war auch der in dieser Region gewählte Bundestagsabgeordnete der Sozialdemokraten, Frank Junge.

„Ziel des Gesprächs war es,
die Idee, die hinter dem Veranstaltungskonzept Velo Classico steckt, dem Bundestagsabgeordneten zu verdeutlichen“, sagt Detlef Koepke, der Cheforganisator des Events. Dieses sei eine Plattform für die Radtourismusregion Mecklenburg-Schwerin, ein Wirtschaftsfaktor und nicht zuletzt ein hochwertiges Ereignis, das der Region ein gutes Image beschere.

Koepke bot dem Bundestagabgeordneten an, die Rolle als Bundesbotschafter für die Velo Classico zu übernehmen. Dieser hat zumindest nicht Nein gesagt. Der Chef der Velo Classico zieht einen Vergleich, wenngleich er betont, dass dieser möglicherweise hinke. So wie die Festspiele MV eine Botschafterin des Landes für Musikgenuss auf höchstem Niveau und Imagewerbung seien, erfülle die Velo Classico Germany eine ähnliche Funktion. „Nach zweimaliger Durchführung ist klar geworden, dass die Ziele, die mit dem Veranstaltungskonzept verfolgt werden, nur erreicht werden können, wenn lokale, regionale und die Landespolitik, die Wirtschaft und die örtliche Bevölkerung an einem Strang ziehen“, ist Detlef Koepke überzeugt. Die Velo Classico brauche eine noch stärkere Vernetzung und starke Partner aus der Wirtschaft, sagt Koepke mit Blick auf die Landes- und Bundespolitik.

Tourismus auf dem Wasser ist das Metier von Harald Kuhnle. Seine Unternehmensgruppe ist darauf ausgerichtet. Die Anfänge datieren hier im Osten bereits auf das Jahr 1990 zurück. Auch Harald Kuhnle hat das Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Frank Junge gesucht.

Aktuell gibt es aus seiner Sicht politische Bestrebungen, die dem Wassertourismus schaden. Harald Kuhnle sieht dadurch nicht nur sein Geschäft bedroht, sondern vor allem die touristische Nutzung der natürlichen Ressource Wasser, mit der MV werbe.

So eine Bedrohung ist laut Kuhnle das Programm Blaues Band Deutschland. Es ist gemeinsam von Bundesumwelt- und -verkehrsministerium ins Leben gerufen worden und soll die kaum noch vom Güterverkehr genutzten Nebenwasserstraßen noch naturnaher gestalten. Die Lobbyisten des Wassertourismus befürchten, dass Sportboote von den Wasserstraßen immer mehr verbannt werden sollen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt: „Deutschland hat eine einmalige Wasserlandschaft. Diesen Naturschatz wollen wir erhalten. Deshalb bringen wir das Bundesprogramm ,Blaues Band‘ auf den Weg. Wir wollen Flüsse, Kanäle, Auen und Küstengewässer zu einem bundesweiten Biotopsystem verbinden.“

Eine weitere Gefahr sieht Kuhnle in den Bestrebungen des Bundes, jetzige Bundeswasserstraßen den Ländern, Kreisen oder Kommunen zu überantworten. Die Idee dahinter: Alle, die vom Sportboottourismus profitieren, sollen diese Grundlage auch erhalten und pflegen. Das sei wirklichkeitsfremd, denn die dazu nötigen Aufwendungen seien viel zu hoch, so Kuhnle.

Fazit: An diesem Tag hat der Politiker Frank Junge anspruchsvolle Aufgaben von der Basis erhalten.


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erstellt am 28.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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