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Ludwigsluster Tageblatt

07. Dezember 2016 | 19:19 Uhr

Ludwigslust : Theaterstück gegen Mobbing unter Schülern

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Berliner Schauspiel-Duo klärt künstlerisch über Mobbing auf / Schüler sollen sich der Gefahr bewusst sein

Ein böses Wort, eine Beleidigung, ein gemeiner Kommentar bei Facebook – was als schlechter Scherz beginnt, führt häufig zu Mobbing. So ergeht es auch der 17-jährigen Schülerin Lea. Sie möchte Sängerin werden und das weckt den Neid ihrer Mitschüler. Erst wird sie auf dem Schulhof ausgegrenzt, in sozialen Netzwerken werden Lügen über sie verbreitet und Beleidigungen geschrieben. Die Schülerin erhält sogar anonyme Anrufe und Droh-SMS. Als Lea keinen Ausweg mehr weiß, versucht sie sich das Leben zu nehmen.

Die Geschichte der 17-jährigen Lea wird in dem Theaterstück „Fake oder War doch nur Spaß“ des Berliner Ensembles „Radiks“ erzählt. Das konnten sich gestern die siebten und achten Klassen der Lenné-Schule im Zebef anschauen. „Mobbing ist an Schulen leider ein hochaktuelles und brisantes Thema. Deshalb finde ich es toll, den Schülern die Problematik durch eine künstlerische Art und Weise zu vermitteln“, sagt Silvia Weinaug, Bezirkssozialarbeiterin des Landkreises.

Bereits an die 500 Mal haben Olivia Beck und Tim Engemann, Schauspieler des Ensembles, das Stück vor Schülern und Lehrern aufgeführt. „Die Reaktionen sind an jeder Schule und in jeder Stadt unterschiedlich. Aber wir hoffen immer, dass wir ein Bewusstsein für diese Art der psychischen Gewalt schaffen können“, erklärt Olivia Beck. Und das soll auch die Kernaussage der einstündigen Aufführung sein. Schüler sollen sich trauen etwas zu sagen, wenn sie selbst gemobbt werden oder mitbekommen, dass ein Mitschüler gemobbt wird. Damit man ein schreckliches Ende wie im Fall der Schülerin Lea verhindern kann. Dabei ist das Theaterstück nicht nur traurig, sondern versucht auch mit Witz und jugendlicher Umgangssprache einen Zugang zu den Schülern zu finden. Dass das besonders gut gelungen ist, lobt auch Lehrer Sebastian Hanff: „Die jugendliche Art der Schauspieler hat die Wirkung und das Anliegen des Stücks noch verstärkt. An den Reaktionen meiner Schüler habe ich gemerkt, dass sie dadurch mehr gelernt haben als durch einen Vortrag.“ Auch die angeregte Diskussion nach der Aufführung bestätigte das Interesse der Schüler.

Das Theaterstück, welches auf einer wahren Begebenheit beruht, wurde von dem Deutschen Kinderschutzbund Ludwigslust e.V. in die Lindenstadt geholt und wird im Dezember auch Schülern des Goethe-Gymnasiums vorgestellt.

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erstellt am 04.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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