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Ludwigsluster Tageblatt

19. Januar 2017 | 05:27 Uhr

Truppenübungsplatz Lübtheen : Sperrbereiche teilweise aufgehoben

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Neue Verordnung zum Betreten des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lübtheen in Kraft. Verbotsschilder werden jetzt umgesetzt.

Forstwirt Bernd Kähler setzt den Pflanz-Fuchs an, die Schnecke des Bohrers dreht sich in die Erde. Gemeinsam mit seinem Kollegen Holmer Mühle vom Bundesforstbetrieb Trave sind sie momentan im Forstrevier Alt Jabel dabei, die Schilder zum Betretungsverbot auf dem Terrain des ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen umzustellen. Seit dem 16. Dezember 2016 gilt eine neue Verordnung des Amtes Dömitz-Malliß zur Beschränkung des Betretens des Geländes des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lübtheen, wie von Andreas Wolters von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Eigentümer des Platzes beim Ortstermin zu erfahren war. Konkret geht es um 900 Hektar, die nun ab Januar Schritt für Schritt freigegeben werden sollen. „Allerdings wird das nur etwas für Fußgänger und Pilzsucher bringen, denn das Befahren bleibt generell verboten, die Sperren an den Zugängen verschwinden nicht“, so Andreas Wolters.

Ende Oktober 2016 erfolgte die Untersuchung der mit Kampfmittel belasteten Bereiche, um zu sehen, welche Gebiete nur wenig oder gar nicht betroffen sind. Das geschah auf Basis einer historisch genetischen Recherche. Als dann die Ergebnisse vorlagen, gab es eine Besprechung mit dem Munitionsbergungsdienst als Fachbehörde, die diese Recherche bewertete. „Im Dezember gab es ein Treffen aller Beteiligten, mit der Stadt Lübtheen und den Ämtern Dömitz-Malliß, Ludwigslust-Land und Hagenow-Land. Im Ergebnis dieser Zusammenkunft wurde die Verordnung zum Betreten des Truppenübungsplatzes geändert.“

In dem Bereich zwischen Vielank, Jessenitz und Lübtheen sind rund 200 Schilder umzustellen - gut ein Viertel der insgesamt auf dem Areal des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lübtheen stehenden Warnschilder. „Die ganze Aktion der Umstellung der Schilder wird wohl bis über den Januar hinausgehen“, so Bernd von Kamptz vom Bundesforstbetrieb Trave, der seit gut einem Vierteljahr hier als Revierförster für Alt Jabel tätig ist. „Wir sind jetzt hier den dritten Tag im Einsatz“, sagt Bernd Kähler, der mit seinem Kollegen bereits die Strecke von Vielank bis Alt Jabel bewältigt hat. „Wir schaffen rund 20 Schilder am Tag, wir graben sie aus und setzen sie dann an der neuen Stelle wieder ein. Wir laufen nach Karte, wo alle Wege notiert sind. Alle 50 Meter wird ein Pfahl mit dem Hinweisschild gesetzt.“

Die grün gekennzeichneten Bereiche werden jetzt freigegeben.
Die grün gekennzeichneten Bereiche werden jetzt freigegeben.

Die ersten Betretungsverbote aufzuheben sei ein Anfang, ist Lübtheens Bürgermeisterin Ute Lindenau der Meinung. „Aber es ist wirklich nur ein erster Schritt.“ Für sie dauern die weiteren Untersuchungen auf dem Truppenübungsplatz einfach zu lange. „Wir wollen den Platz nicht erst in zehn Jahren erlebbar machen“, so das Stadtoberhaupt. Sie bräuchten schneller eine Räumung, besonders in den Bereichen der historischen Wege, um den Platz in Zukunft auch für den sanften Tourismus nutzen zu können. Deshalb habe Lübtheen auch als einzige beteiligte Gemeinde ihr Betretungsverbot für die nicht freigegebenen Flächen nur auf ein Jahr verlängert und nicht wie die anderen auf drei Jahre. „Wir wollen somit ein Zeichen setzen. Die Beräumung muss schneller vorangehen“, so Lindenau. Nicht auch zuletzt, weil die Förderung, die sogenannten Konversionsgelder, 2020 auslaufe.

Die Lockerung des Betretungsverbots sei der Auftakt für weitere Maßnahmen, den Anwohnern den Zutritt zu den bislang gesperrten Flächen in absehbarer Zeit zu ermöglichen, äußerte sich dazu Burkhard Thees. „Das ist ein erster Schritt für uns, wir wollen aber noch mehr erreichen“, so der Amtsvorsteher des Amtes Dömitz-Malliß. „Wir haben erst spät die Gutachten der Untersuchungen bekommen, so konnten wir so auch sehr spät reagieren“, ergänzt der Amtsvorsteher, der auch Bürgermeister der Gemeinde Neu Kaliß ist.

„Ich kenne den Inhalt der veränderten Verordnung nicht, mir fehlt der Hintergrund dazu“, so Sylvia Lemke, zweite stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Vielank, die bemängelt, dass es vor der Schilderaktion nicht schon eine Veröffentlichung gab, damit die Bürger auch informiert sind. „Ich weiß auch nicht, ob man uns dann erlaubt, die bislang gesperrten Flächen zu betreten, um den Quaster Gedenktag auch wieder durchzuführen“, sagt die Vielanker Gemeindevertreterin. Diese Tradition des Quaster Tages fortführen zu können, sieht Burkhard Thees als einen der weiteren Schritte an. Und er merkt außerdem an, dass der Inhalt der geänderten Verordnung zum Betreten des ehemaligen Truppenübungsplatzs auf der Homepage des Amtes Dömitz-Malliß einzusehen ist.

„Die offizielle Verordnung ist am 22. Dezember 2016 als Bekanntmachung auf der Amtsseite eingestellt“, lässt sich dazu Ronny Schult, Leiter Fachbereich Ordnung und Bürgerservice, vernehmen. „Am 26. Januar wollen wir auf einer Versammlung den Einwohnern der Gemeinde Vielank erläutern, wie es in Sachen Beschränkung des Betretungsverbots weitergeht“, so Ronny Schult.

 

 

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erstellt am 11.Jan.2017 | 05:00 Uhr

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