zur Navigation springen

Ludwigsluster Tageblatt

07. Dezember 2016 | 23:14 Uhr

Ludwigslust : Sozialfundus gehen die Möbel aus

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Arbeitslosenverband Ludwigslust: Bedarf an Erstausstattungen für Bedürftige wächst /Engpass trotz großer Hilfsbereitschaft

Wer sich eine Wohnung einrichtet, benötigt eine Grundausstattung. Immer mehr Menschen haben aber nicht das Geld dazu. Das weiß Renate Vogeler, Leiterin des Arbeitslosenzentrums „Uns Hüsung“ Am Schlachthof in Ludwigslust. Hier wird seit Jahren erfolgreich der Sozialfundus betrieben. Menschen spenden für andere, die es sich nicht leisten können. „Der Bedarf an Erstausstattungen wächst ständig und nicht nur wegen der Flüchtlinge“, sagt Renate Vogeler. Nach ihren Worten fehlen vor allem Bügeleisen, Bettdecken, Kleiderschränke, Betten, Couchgarnituren, Essteller, Bestecke, Töpfe, Pfannen, Waschmaschinen, Spülen, kleine Radios… „Gerade konnten wir einen größeren Posten Gardinen bekommen. Die haben wir dann genäht“, so die Leiterin des Arbeitslosenzentrums. Was als Erstausstattung gilt, ist definiert. Gardinen in Bad und Schlafzimmer gehören dazu.

Die Arbeit nimmt kein Ende im Sozialfundus. Zwei Männer und ein Auto sind ständig unterwegs, um die Anforderungen abzuarbeiten. Renate Vogeler schwört auf ihr Team. Im Arbeitslosenzentrum sind sie stolz auf ihren Sozialfundus. Die Leiterin pendelt privat oft zwischen Ludwigslust und Hamburg hin und her. „Ich freue mich immer, wenn ich wieder hier bin und sehe, wie gut alles läuft“, gesteht sie. „Wir alle hier sind froh, wenn wir für Bedürftige da sein können.“

Die Mitarbeiter sind durchschnittlich ein halbes Jahr lang im Arbeitslosenzentrum tätig. „Sie sind engagiert, brauchen aber natürlich eine Eingewöhnungszeit“, so die Leiterin. In aller Regel sind die Mitarbeiter über Arbeitsgelegenheiten beschäftigt. Das heißt, sie dürfen 120 Euro im Monat hinzuverdienen. Wer von außerhalb zur Arbeit muss, erhält die Kosten für den Bus erstattet.

Der Bedarf an Einrichtungsgegenständen sei heute größer als noch vor zwei Jahren, schätzt Renate Vogeler ein. Momentan sind 375 Kundenkarten für den Sozialfundus ausgegeben. Viele treue Kunden seien darunter. Kurzfristig kam es in der letzten Zeit zu Irritationen, weil eine neue Heizung im Gebäude eingebaut wurde, um langfristig Kosten zu sparen, und es auf den ersten Blick in die Baustelle so aussah, als sei die Einrichtung geschlossen. Aber diese Phase ist nahezu abgeschlossen. Ein kleiner Rest der Baustelle ist noch zu sehen. „Auch wenn es noch etwas anders aussehen sollte: Wir sind für unsere Kunden da!“, unterstreicht Renate Vogeler. „Wir sind allen unseren Unterstützern ehrlich dankbar. Vielleicht guckt der eine oder andere aber doch noch mal, ob nicht aktuell noch Hilfe möglich ist.“

zur Startseite

von
erstellt am 01.Nov.2016 | 11:19 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen