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Ludwigsluster Tageblatt

01. Juli 2016 | 02:46 Uhr

Ludwigslust : Schüler aus 15 Ländern lernen gemeinsam

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Reuter-Grundschule hat als Standortschule für Migrationskinder zusätzliche Mitarbeiterin bekommen

Teamarbeit im Klassenraum: An der Ludwigsluster Fritz-Reuter-Grundschule stehen die Lehrerinnen nicht mehr nur allein vor ihren Schülern. Seit Beginn dieses Schuljahres gehört eine Erzieherin zum Kollegium, die den Unterricht begleitet. „Nachdem sie sich in der ersten Woche auf die Klassen konzentriert hat, in denen verhaltensauffällige Kinder lernen, geht sie nun für zwei bis drei Stunden pro Woche in alle Regelklassen“, erklärt Schulleiterin Cornelia Schubring. Die Fritz-Reuter-Grundschule ist eine von 36 Grundschulen im ganzen Land, die eine solche Unterstützung durch eine zusätzliche pädagogische Kraft erhalten.

„Hintergrund ist, dass bei Kindern mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf ,Verhalten’ die Inklusionsquote sehr hoch ist“, erklärte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD). Das bedeutet, dass die meisten Mädchen und Jungen mit Verhaltensauffälligkeiten in Regelklassen unterrichtet werden – ohne dass die Lehrer für dieses spezielle Problem gerüstet wären. Ein Kriterium bei der Auswahl der Schulen seien zwar die Leistungen in Vergleichsarbeiten gewesen, erklärte Mathias Brodkorb, der auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Detlef Müller gestern in Ludwigslust weilte. Im Falle der Reuter-Schule haben aber nicht die Testergebnisse den Ausschlag gegeben, sondern ihre Arbeit mit Migrationskindern.

Derzeit lernen an der Fritz-Reuter-Schule rund 50 Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund – aus 14 Ländern, wie Cornelia Schubring sagte. Mittlerweile sitzen in jeder Klasse drei bis sechs Migrationskinder, die kaum oder kein Deutsch sprechen. Sie besuchen zehn Stunden pro Woche einen Deutsch-Intensivkurs. „In dieser Zeit bekommen sie allerdings nicht mit, was in ihren Klassen gemacht wird“, so die Schulleiterin. So stehe nunmehr fast jedes Kind auf einem anderen Unterrichtsniveau. Da sei es von Vorteil, wenn eine zusätzliche Kraft in der Klasse arbeitet. Außerdem kann die Erzieherin – gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin – eingreifen, wenn es in einer Klasse Probleme gibt, den Kontakt zu den Eltern knüpfen, aber auch mal einspringen, wenn ein Lehrer ausfällt.

Neu ist zudem das Projekt „Klassen musizieren“. Dazu kommen Lehrer von der Kreismusikschule „J.M. Sperger“ an die Schule. Ziel ist es, dass jedes Kind ein Instrument erlernen kann. Geld vom Land konnte Mathias Brodkorb für dieses Projekt nicht in Aussicht stellen. Er wies jedoch darauf hin, dass „Volle Halbtagsschulen“ zusätzliche Finanzen für ihre Angebote bekommen. Derzeit würden – genauso wie für Ganztagsschulen – zwar keine neuen Genehmigungen erteilt, doch das solle sich in absehbarer Zeit wieder ändern, so Brodkorb. Auch Cornelia Schubring hat schon darüber nachgedacht, ob die „Volle Halbtagsschule“ ein Modell für ihre Schule wäre. „Aber das müssen wir unter anderem mit Schulleitung, Eltern, Schulsozialarbeiterin und Lehrerkonferenz erst beraten“, so die Schulleiterin. Immerhin würde das laut Bildungsminister die Möglichkeit eröffnen, Ehrenamtler für Projekte zu binden. Während der Ehrenamtler pro Jahr bis zu 2400 Euro steuerfrei einstreichen könnte, spare die Schule im Vergleich zum Einsatz eines Lehrers rund die Hälfte und könnte daher doppelt so viele Angebote machen. „Ein Gewinn für beide Seiten“, so Brodkorb.

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erstellt am 06.Sep.2014 | 10:36 Uhr

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