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Ludwigsluster Tageblatt

11. Dezember 2016 | 03:15 Uhr

Grabow : Schön bis in die Flügelspitzen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Grabows Rassegeflügelzüchter mit Schau zum 60-jährigen Vereinsjubiläum

Diesmal entschied das Los, wer von den Schönsten der Schönen in den großen Käfig vor dem Schild „Best in Show“ einzieht. Denn gleich fünf Tiere hatten die Preisrichter auf der Jubiläumsschau des Grabower Rassegeflügelzuchtvereins mit einem „Vorzüglich“ bewertet. Am Ende saß die Haubenente von Otto Seißelberg in dem Gewinner-Käfig. „Ein Prachtexemplar“, wie Joachim Hellwig findet. Er ist der Zuchtwart für die großen Wasservögel im Verein. „Bei dieser Ente stimmen die Proportionen, die Form und die Farbe“, sagt er. Der Kamm, das Gefieder, die Flügel, selbst die Zehennägel seien picobello. „Da gibt es nichts zu beanstanden.“ Hellwig, der selbst oft auf anderen Schauen als Preisrichter arbeitet, hätte dieser Haubenente auch ein „Vorzüglich“ gegeben. In Grabow durfte er aus Befangenheit nicht richten, dafür kümmerte er sich um das Wohl der insgesamt 260 Tiere, die 25 Aussteller aus ganz Mecklenburg und auch Brandenburg für das Wochenende in die Turnhalle brachten. Fast vier Tage blieben die Tiere dort in den Käfigen. „Nicht jedes Tier ist dafür gemacht“, sagt Delia Meier. Sie guckt zuhause vor jeder Schau daher auch besonders, welche ihrer Tauben in Wettbewerbs-Verfassung seien. „Schönheit allein reicht nicht. Das Tier muss auch Haltung zeigen.“ Seit zwölf Jahren züchtet sie indische Lehore-Tauben. „Einmal Taubenstaub in der Nase und das Hobby lässt einen nicht mehr los“, sagt sie. Die Vogelzucht sei ein sehr zeitintensives, aber ganz liebevolles Hobby, meint auch Joachim Hellwig. „Es kostet zwar Arbeit, aber beruhigt ungemein. Ich könnte den Tieren eine Stunde zusehen und immer wieder etwas Neues entdecken.“

Dreißig Rassegeflügelzüchter sind im Grabower Verein. Delia Meier ist mit 40 Jahren fast die Jüngste. „Schade, dass das Hobby immer mehr verschwindet“, sagt sie. „Man vergisst, dass wir mit der Zucht viel für den Erhalt der Rassevielfalt tun.“ Auch Tiere, die in Grabow zu sehen waren, stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Rassen. Um so überraschter waren die Züchter vom Besuch des Bürgermeisters Stefan Sternberg. „Seine Rede war kein Larifari, sondern ein glaubwürdiges Statement für unsere Arbeit.“ Als Geschenk zum 60. brachte Sternberg ein von der Stadt selbst entworfenes Vereinslogo mit. Damit der Verein auch in Zukunft unverwechselbar bleibt.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 09:58 Uhr

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