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Ludwigslust : „Schmuckstück“ bekommt eine Schönheitskur

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Einer der ältesten Grabsteine auf dem Ludwigsluster Friedhof soll wieder in neuem Glanz erstrahlen

Das „Schmuckstück“ des Friedhofes in Ludwigslust bekommt nun eine Schönheitskur und wird bald wieder in neuem Glanz erstrahlen. Denn der alte Grabstein aus dem Jahr 1798 sieht ziemlich mitgenommen aus – Risse durchziehen das Gestein, die Farbe der Schrift ist verblasst, Teile bröckeln bereits ab. „Es ist überhaupt ein Wunder, dass der Stein so lange überlebt hat“, sagt Steinmetzmeister Thomas Mahnke. Der Grabstein ist einer der ältesten auf dem Friedhof. Normalerweise wurden alte Steine regelmäßig entsorgt. „Wir denken, er hat wegen seines Spruches überlebt“, fügt der Ludwigsluster hinzu.

Seit rund 218 Jahren hat das Grab einen besonderen Platz auf dem Friedhof. Und es ist ein Besuchermagnet. „Wir haben viele Reisegruppen, die hier auf dem Friedhof Halt machen und sich den Stein anschauen“, erzählt Julia Weise, Leiterin der Friedhofsverwaltung. Gewidmet wurde dieses alte Denkmal Sarah Stanton. Sie war die Frau vom damaligen Hofkapellmeister Celestino. „Aber mehr wissen wir leider nicht“, sagt Julia Weise. Schon viele Jahre werde geforscht, um weitere Details zu der Ludwigslusterin, die in England geboren wurde, herauszufinden. Bis jetzt jedoch ohne Erfolg: „Man findet nichts über sie.“

Steinmetz Thomas Mahnke hat sich nun bereit erklärt, den Grabstein zu restaurieren. Zuerst werde er den Betonfuß, in den der Stein erst später gelassen wurde, abarbeiten. Dann wird der Stein gereinigt, „entsalzt“ und die Bruchstellen werden geflickt. „Wir haben großes Glück gehabt, dass der Stein so gut erhalten geblieben ist“, so Mahnke. Sein Vorteil waren die beiden großen Tannen, die neben ihm standen. Sie hätten dafür gesorgt, dass die Witterung den Sandstein nicht großartig angegriffen habe. „Sonst wäre der Stein schon kaputt.“ Für die Nachbildung orientiert sich der Steinmetz an drei ähnlichen Grabsteinen, die als Repliken um 1900 entstanden sind. „Der Stein ist ja auch besonders, weil er im klassizistischem Stil gearbeitet wurde, in einer Stadt, die für Barock steht.“ Anhand dieser Repliken versucht Mahnke nun, das ursprüngliche Aussehen wieder herzustellen. Über seine einzelnen Arbeitsschritte wird er auf seiner Internetseite informieren. „Ich habe einen News-Chat eingerichtet, wo ich mehrmals die Woche über die Restaurierung berichten werden.“

Voraussichtlich Ende November will er mit der Restaurierung fertig sein. Dann kommt der Grabstein von Sarah Stanton wieder in den Eingangsbereich des Friedhofes, der derzeit erneuert wird.

Ein nächstes Großprojekt wartet aber schon auf den Steinmetz. „Wir möchten gern eine alte Grabplatte von 1836 erneuern und an der Kapelle wieder sichtbar anbringen“, sagt Julia Weise. Dafür werden noch Spender gesucht, die sich bei der Friedhofsverwaltung melden können.

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erstellt am 01.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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