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Ludwigsluster Tageblatt

28. September 2016 | 22:29 Uhr

grabow : Schlimme Panne bei Alarmübung

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Feuerwehr kam zu spät, weil Wachdienst nicht die Leitstelle, sondern den Gebäudetechniker des Grabower Rathauses anrief

Im Ernstfall wäre das Grabower Rathaus wohl abgebrannt.

Donnerstag 16.47 Uhr: Die automatische Brandmeldeanlage im Rathaus löst einen Feueralarm aus. Der Alarmton ist auch auf dem Markt sowie angrenzenden Straßen zu hören. Bürgermeister Stefan Sternberg lässt das Gebäude, wie im Alarmplan vorgesehen, umgehend räumen. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung (Haus 1, Haus 3), dazu acht Besucher.

16.50 Uhr: Alle Personen, die bei Alarmauslösung im Rathaus waren, haben es verlassen, warten nun auf die Feuerwehr. Die aber kommt nicht. Kann sie auch nicht, weil sie gar nicht alarmiert wurde.

16.57 Uhr: Endlich, zehn Minuten nach dem Alarm im Rathaus, ertönt in der Stadt die Sirene, alarmiert die umliegenden Freiwilligen Feuerwehren.

17.03 Uhr: Die Grabower Feuerwehr trifft vor dem Rathaus ein, wenig später auch die Wehren aus Wanzlitz und Kremmin.

Bürgermeister Stefan Sternberg: „Wenn es kein Übungsalarm, sondern der Ernstfall gewesen wäre, hätte das Rathaus beträchtlichen Schaden genommen. Das historische Archiv unter dem Dach des Hauses mit der gesamten Geschichte der Stadt und umliegender Gemeinden wäre vernichtet worden.“ Die Ursache der Panne indes wurde noch vor dem Eintreffen der Feuerwehren festgestellt. Amtswehrführer Bernd Rüsch: „Die Brandmeldeanlage des Rathauses hat, wie vorgesehen, den zuständigen privaten Wachdienst in Schwerin alarmiert. Der hätte umgehend die Leitstelle Westmecklenburg informieren müssen, die wiederum den Alarm für die Feuerwehren auslöst. Eigentlich eine Sache von Sekunden. Doch statt dessen hat der Schweriner Wachdienst bei dem Gebäudetechniker unseres Rathauses, der zu Hause war, angerufen und gefragt, was los sei. Dadurch gingen wertvolle Minuten verloren.“

Erst nachdem Ordnungsamtsleiter Wolfgang Kann den Wachdienst anrief, wurde die Leitstelle alarmiert.

Trotz und auch wegen der Panne sei die Übung aber von Nutzen gewesen. Stefan Sternberg: „Vor anderthalb Jahren, kurz nach meinem Amtsantritt, hatte es nachts im Rathaus einen Fehlalarm wegen eines defekten Rauchmelders gegeben. Wir haben die Anlage überholen lassen. Und sie funktioniert. Außerdem hatte ich den Amtswehrführer gebeten, die Übung unter realistischen Bedingungen durchzuführen. Also dann, wenn noch Menschen in der Stadt unterwegs sind.“ Ordnungsamtsleiter Kann: „Obwohl anliegende Straßen durch den Einsatz teilweise für Autos gesperrt waren, gab es keine Staus. Einheimische Autofahrer sind auf Nebenstraßen ausgewichen.“

Die Übung fand im Rahmen der Herbstinspektion im Grabower Amt statt. Bernd Rüsch: „Der Einsatz der Wehren hier hat ihren hohen Ausbildungsstand bestätigt. Die Kameradinnen und Kameraden sind überlegt und ohne Hektik vorgegangen. Alle für einen solchen Fall vorgesehenen Aufgaben wurden abgearbeitet. In dieser Hinsicht können wir sehr zufrieden sein.“ Nur eben nicht mit dem Geschehen zuvor. „Das Prinzip der Kette während der Alarmierung hat versagt. Die Sache wird geklärt werden und Konsequenzen haben“, sagte Bürgermeister Sternberg mit Blick auf den zuständigen Wachdienst.

 

 

 

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erstellt am 31.Okt.2014 | 20:00 Uhr

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