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Ludwigsluster Tageblatt

27. März 2017 | 10:33 Uhr

Ludwigslust : Rike töpfert ihre Müsli-Schale

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Brenz, Hohenwoos und Loosen: Werkstätten auch unserer Region luden am Wochenende zum Tag der Offenen Töpferei

Aus dem Hörsaal an die Töpferscheibe. Das hatte sich Rike Wildemann so erstmal nicht gedacht. Die Studentin aus Köln kam am Sonnabendnachmittag auf den Töpferhof in Hohenwoos, um sich mal umzuschauen. „Ich bin hier in der Nähe zu Besuch und hatte vom Tag der Offenen Töpferei gehört. Da wollte ich eigentlich nur mal sehen, wie das so ist“, meinte die junge Frau.

Doch als sie dann in der Werkstatt neben der Töpferscheibe stand und zusah, wie Hofchef Hans-Heinrich Döscher aus einem Klumpen Ton gerade einen Vogel-Nistkasten töpferte, da kribbelte es Rike irgendwie doch in den Fingern. „Ich habe daheim mal so aus Spaß getöpfert, eigentlich eher etwas zusammengeklatscht“, gestand sie. Als Hans-Heinrich Döscher jetzt fragte, ob sie denn mal an die Töpferscheibe möchte, war Rike schon überredet. Schnell gab’s vom Chef eine blaue Schürze und schon saß Rike auf dem Hocker vor der Scheibe.

„Grundprinzip beim Drehen ist das Zentrieren. Überall muss gleich viel Ton sein“, erklärte Döscher. Weil Rike gerne Müsli isst, wurde gemeinsam entschieden, eine Schale zu töpfern. Der Chef zeigte seinem „Schützling“ einige Handgriffe, erklärte, wie es am besten geht. „Du musst den Finger da oben in die Öffnung legen und den Ton dann langsam zu dir ziehen, dabei den Finger nicht einknicken“, erläuterte Hans-Heinrich. „Und jetzt müssen wir das noch ein bisschen größer machen, sonst wird es ja nur ein Hasenfrühstück“, lacht der Hofchef. „Das macht Spaß“, befand Rike. Überhaupt sei das hier alles ganz anders. „Ich bin von dem Anwesen begeistert, so mitten im Wald und so ruhig. Das ist mal kein Großstadttrubel wie in Köln, wo immer irgendwas los ist“, fand Rike.

So, wie der Hof Hohenwoos, hatten auch andere Töpfer in der Region am vergangenen Wochenende eingeladen. Sophia Binney aus Brenz beteiligt sich traditionell am Tag der Offenen Töpferei. Hier bewunderten die Besucher unter anderem kleine Teeschalen, Tassen und Vasen. „Als Einklang zum Frühling habe ich sie mit entsprechenden Motiven bemalt, zum Beispiel Grashüpfern und Libellen“, sagte Sophia Binney, die gleich noch ihre nächsten Pläne verriet: „Zu Ostern lade ich zu einer ganz besonderen Ausstellung ein. Da geht es dann um Wandgestaltung mit Fliesen für Wohnzimmer, Bad, Küche oder Wintergarten zum Beispiel.“ Natürlich wird Sophia Binney die Fliesen mit verschiedensten Motiven, u. a. aus Natur oder auch der abstrakten Kunst, verzieren.

Immer was los ist auch auf dem Hof von Christoph Bader in Loosen. Als SVZ am Wochenende seine Werkstatt besuchte, hatte der Töpfer gerade ein paar kleine Becher produziert, gerade so groß wie Eierbecher. „Das sind welche mit zwei Leben“, lachte Christoph Bader. Im ersten Leben werden sie mit Kochsalz gefüllt und kommen dann so in den Brennofen, wo sie gut verteilt zwischen den Töpfen stehen. Das Kochsalz garantiert während des Brennens eine schöne und starke Salzglasur an den Töpfen.“

Im zweiten Leben können die Becher, so Bader, dann wirklich für das Frühstücksei oder zum Dippen genutzt werden.

Aber natürlich interessierten sich die Besucher, von denen die ersten schon am ganz frühen Vormittag vor der Töpferei standen, auch und vor allem für die größeren Teile aus der Produktion von Christoph Bader.

Er und seine Frau Melanie feiern dieses Jahr ihr 15. Werkstattjubiläum, voraussichtlich zu Pfingsten, und laden auch dann wieder alle Interessenten ein – wie übrigens auch zum Töpfermarkt nach Friedrichsmoor am 6. und 7. Mai.

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erstellt am 12.Mär.2017 | 19:00 Uhr

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