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Ludwigsluster Tageblatt

02. Dezember 2016 | 19:07 Uhr

Grabow : Reste einer alten Gruft freigelegt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Archäologe Rolf Schulze und sein Team stießen am Kirchplatz in Grabow erneut auf Skelettfunde und Mauerreste aus der Frühneuzeit

Ganz vorsichtig legt Mario Schröder vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Schwerin mit dem kleinen Spachtel die Erde um den Totenschädel frei. Überreste von Skeletten, die aus Gräbern des alten Friedhofs in Grabow stammen. Seitdem die Bauarbeiten zur Umgestaltung des zweiten Teils des Kirchplatzes begonnen haben und zunächst von der Grabower Firma Haack & Stewering die Regenwasserleitung verlegt wird, sind auch Archäologe Rolf Schulze und sein Team wieder vor Ort, um Grabungen vorzunehmen. „Die Bauleute haben nun erst einmal Pause. Aber ich muss sagen, dass seit jeher die Zusammenarbeit mit der Baufirma sehr gut klappt“, so der Grabungsfachmann. Inzwischen ist der Schädel des Toten freigelegt.


Frühzeitliche Tonpfeifen


An weiteren Stellen in der Baugrube kommen Schädel und Gebeine zutage. Die Grabfunde wurden bereits in einer Tiefe von 80 Zentimetern entdeckt, weitere Skelettfunde in einem Meter Tiefe. Darunter auch das Skelett einer Frau, die im 17. oder 18. Jahrhundert hier beerdigt wurde. „Es handelt sich hier um mittelalterliche frühzeitliche Gräber. Alle Skelette, die der Verlegung der Leitungen im Wege sind, müssen herausgeholt werden. Nach der Erfassung und Dokumentation werden die Funde auch anthropologisch untersucht, danach werden die Gebeine wieder beerdigt“, erklärt Rolf Schulze, der hier an diesem Tag von Guido Mewis, ebenfalls Mitarbeiter beim Landesamt, und von den beiden ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern Detlev Nagel und Klaus Walden von der Fachgruppe für Ur- und Frühgeschichte Schwerin unterstützt wird.

In den vergangenen dreieinhalb Wochen sind Rolf Schulze und seine Kollegen aber nicht nur auf Skelettfunde gestoßen. Zu den nunmehr über 20 Befunden zählen auch vier Mauerreste, jüngster Fund war eine Ansammlung großer Steinbrocken, die zu einer früheren Gruft gehört haben könnten. Unter den Fundstücken sind auch zahlreiche frühzeitliche Tonpfeifen für Tabak, die der Herkunft nach aus dem holländischen Gouda stammen. Weitere Funde sind für die kommenden Tage gewiss zu erwarten.  


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