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Ludwigsluster Tageblatt

26. Februar 2017 | 16:10 Uhr

Karstädt : Planung für Windräder geht voran

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

In Karstädt werden Stellungnahmen der Behörden ausgewertet / Anschließender Beschluss der Gemeindevertretung überrascht Bürgermeisterin

Die Pläne für die Windkraftanlagen in Karstädt werden weiter vorangetrieben. Bei der Gemeindevertretersitzung am Montagabend waren Vertreter der Firma Kloss New Energy und des Planungsbüros Mahnel anwesend, um die Bürgermeisterin Kriemhilde Franck und die Gemeindevertreter über die Stellungnahmen der Öffentlichkeit und Behörden zu informieren. Auch interessierte Bürger nahmen an der Sitzung teil.

Noch bevor es zur Verlesung der Stellungnahmen kam, setzte sich der zweite stellvertretende Bürgermeister Torsten Kaatz zu den anwesenden Bürgern. Grund dafür ist die Befangenheit des Gemeindevertreters bezüglich der geplanten Windräder. „Das Windprojekt betrifft auch das Land von Torsten Kaatz’ Verwandschaft. Das wussten wir vorher, deswegen nimmt er nicht an diesem Beschluss teil“, erklärt Bürgermeisterin Krimhilde Franck auf SVZ-Anfrage.

Wichtige Punkte in den Stellungnahmen betreffen vor allem den Natur- und Artenschutz, das Landschaftsbild und die Denkmalpflege. „Bei so einer Planung müssen immer viele Interessen berücksichtigt werden, aber alle Belange kann man einfach nicht zu hundert Prozent erfüllen“, erklärt Ronald Mahnel vom gleichnamigen Planungsbüro aus Grevesmühlen. Der Rotmilan und der Schwarzstorch, die in der näheren Umgebung von Karstädt ihre Brut- und Reviergebiete haben, würden durch Windräder nicht beeinträchtigt werden, bestätigt ein entsprechendes Gutachten.

Vor allem die Befürchtung, dass die Windräder von Ludwigslust aus sichtbar sein könnten und damit das barocke Stadtbild stören würden, konnte mithilfe einer Sichtbarkeitsanalyse geklärt werden. „Wir haben Vorvisualisierungen mit den möglichen Standorten der Windräder angefertigt. Daraus ergibt sich, dass die meisten Anlagen unterhalb der Häuserfirste verschwinden werden“, erklärt Ronald Mahnel weiter. Auch hinsichtlich der Denkmalpflege des Schlosses und der Parkanlage wären Windräder in Karstädt denkbar. Da die Anlagen mindestens 3,5 Kilometer von Ludwigslust entfernt sein würden, sind die Prämissen laut dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern erfüllt.

Trotz der positiven Stellungnahmen der Behörden erlebt Bürgermeisterin Krimhilde Franck bei der Abstimmung über den Abwägungsbeschluss zum Vorentwurf eine Überraschung. Zwar wurde der Beschluss mit zwei Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und drei Enthaltungen laut Kommunalverfassung bestätigt. „Aber damit habe ich nicht gerechnet. Das Abstimmungsergebnis hat mich wirklich überrascht, schließlich haben wir als Gemeinde vor Jahren einmal gesagt, wir packen das mit der Windenergie an. Vielleicht wirken da auch Einflüsse von außen, ich weiß es nicht“, erklärt Krimhilde Franck gestern der SVZ. Trotzdem ist die Bürgermeisterin froh, dass der Beschluss nun durch ist und die Planungen weitergehen können.

Im nächsten Jahr wird sich dann auch zeigen, ob Karstädt über ein Zielabweichungsverfahren überhaupt als Windeignungsgebiet ausgewiesen werden kann. Ein entsprechender Antrag liegt derzeit beim Schweriner Energieministerium vor.

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