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Ludwigsluster Tageblatt

24. März 2017 | 01:05 Uhr

Stuck bei Eldena : Pferd verliert Teil der Zunge

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wallach Tahar auf einer Weide bei Eldena wird auf ungeklärte Weise schwer verletzt. Seine Besitzerin glaubt nicht an einen Unfall.

Ruhig steht der Vollblutaraber Tahar auf seiner Weide in Stuck bei Eldena und grast. Wenn Besitzerin Wiebke Angelbeck das 22-jährige Pferd ruft, kommt es gemächlich zu ihr herüber. Äußerlich ist dem Tier nicht anzusehen, welche Qual es erleiden musste. In der vergangenen Woche war es schwer verletzt worden oder hatte sich selbst verletzt. Dem Pferd fehlte eines Morgens ein Stück von der Zunge, auch das Zahnfleisch ist tief eingeschnitten. Die Ursache des Unglücks ist bislang unklar.

Tierärztin kennt nur einen vergleichbaren Fall

 

Als die vier Pferde der Familie Angelbeck morgens nicht zum Fressen an das Haus kommen wollten, war Vater Claus sofort klar, dass mit den Tieren etwas nicht stimmt. „Ich bin mit meiner Frau zu den Pferden gegangen um zu sehen, ob etwas passiert ist.“ Mutter Elke fiel dabei auf, dass Tahar nicht fressen wollte, außerdem reagierte er empfindlich auf Berührungen. „Wir haben versucht ihm Hafer zu geben, das klappt eigentlich immer. Aber dann entdeckte ich ein Blut an seinen Mundwinkeln.“

Die erfahrene Pferdehalterin tastete vorsichtig das Maul des Tieres ab, um dann festzustellen, dass im Maul anstatt der Zunge nur noch ein Stumpf war. Ein etwa sieben Zentimeter langes Stück der Zunge fehlt, konnte aber auf der Weide nicht gefunden werden. Auch Blutspuren wurden nicht festgestellt. Sofort informierte das Ehepaar Tochter Wiebke, die unter der Woche in Hamburg lebt und arbeitet. „Dann bestellten wir die Tierärztin Stefanie Witte aus Hagenow auf unseren Hof“, so Claus Angelbeck.

Auch die Tierärztin hat keine Erklärung für diesen Vorfall. „So eine Verletzung habe ich bisher erst einmal gesehen. Da hatten Menschen versucht, das Pferd mit einem Draht im Maul zu reiten.“ Dass das in Stuck auch passiert ist, möchte sich Stefanie Witte nicht vorstellen. „Ich gehe eher davon aus, dass hier ein sehr unglücklicher Unfall geschehen ist.“

Seit dem Vorfall muss die Wunde im Maul des Pferdes zweimal täglich gespült werden, außerdem benötigt der Wallach Antibiotika und starke Schmerzmittel. „Er ist zum Glück immer noch der Alte, verhält sich nicht anders“, freut sich Wiebke Angelbeck. Bereits am Tag des Vorfalls konnte er wieder fressen, inzwischen klappt auch das Trinken wieder besser.

Anzeige wegen Tierquälerei erstattet

 

Trotzdem will Wiebke Angelbeck dem Vorfall auf den Grund gehen. „Ich glaube nicht, dass er sich die Verletzung selbst zugezogen hat.“ Den Vollblutaraber besitzt die Pferdenärrin bereits seit seinem dritten Lebensjahr. „Er ist sehr ruhig und vertraut den Menschen. Vielleicht wurde das ausgenutzt.“ Um den Fall zu klären und besonders, um auch andere Pferdebesitzer zu warnen, hat Wiebke Angelbeck eine Anzeige wegen Tierquälerei gegen Unbekannt erstattet. Sie hofft darauf, dass vielleicht doch Jemand etwas in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch der vergangenen Woche beobachtet hat.

Die Pferde der Angelbecks standen zu dieser Zeit auf einer Weide an der Landesstraße 07 Richtung Gorlosen.

 

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erstellt am 11.Jan.2017 | 21:00 Uhr

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