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Ludwigsluster Tageblatt

25. Mai 2016 | 05:14 Uhr

Ludwigslust : Neue Klinik-Struktur sorgt für Verunsicherung

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Leitungsgremien treten Befürchtungen einer Schließung des Krankenhausstandortes Ludwigslust entgegen

In der Struktur des Westmecklenburg-Klinikums „Helene von Bülow“ wird es Veränderungen geben. Stiftspropst Jürgen Stobbe, einer der Geschäftsführer, spricht sogar von einer deutlichen Zäsur. „Um die Angebote des Klinikums langfristig und nachhaltig zu sichern, sind in Hagenow und Ludwigslust Anpassungen an die künftige Leistungsfähigkeit notwendig.“ So heißt es in einem Brief an die Mitarbeiterschaft des Klinikums.

Konkret heißt das: Veränderungen in der Arbeitsteilung, der Prozesse und Zuständigkeiten im gesamten Klinikum werden analysiert und angepasst. Die Verlagerung einzelner Abteilungen ist nicht ausgeschlossen.

Daran entzündet sich die Aufregung. Auf einer Mitarbeiterversammlung in Ludwigslust war die Möglichkeit in den Raum gestellt worden, die Gefäßchirurgie komplett nach Hagenow zu verlagern, was noch nicht endgültig entschieden ist, wie Stobbe und Dr. Volker Schulz, ebenfalls Geschäftsführer, unterstreichen. Schon allein die Möglichkeit schürt alte Ängste, die mit der Aufgabe der Kinderstation und später auch der Geburtshilfe im Stift Bethlehem Ludwigslust begannen.

Sorgen machen schnell die Runde. So sah sich der Ludwigsluster Bürgermeister Reinhard Mach am Mittwochabend auf einer Einwohnerversammlung im Ortsteil Techentin mit der Frage konfrontiert, ob es denn stimme, dass der Krankenhausstandort Ludwigslust geschlossen werde.

„Das ist absoluter Quatsch“, sagt Landrat Rolf Christiansen. Es gehe vielmehr darum, durch den Ausbau einer zielgerichteten Patientenversorgung den langfristigen Erhalt beider Häuser zu sichern.

Noch vor Jahren Undenkbares wird nun Realität. Jürgen Stobbe nennt das „eine Hasslinie überschreiten“. Die Geschäftsführung hat von den Aufsichtsgremien grünes Licht für Verhandlungen mit den Helios-Kliniken Schwerin erhalten. Bis Ende Januar sollen nun Nägel mit Köpfen gemacht werden, wie die Zusammenarbeit konkret funktioniert. Es geht darum, die Kardiologie am Standort Ludwigslust zu sichern.

Die Tatsache, dass die Evangelische Suchtkrankenhilfe nach Ludwigslust kommen will, die Rehabilitation anbietet, eröffnet Möglichkeiten. Eine Palliativstation soll aufgebaut werden. Den Menschen zu helfen, die keine Lobby hätten, das entspräche dem diakonischen Ansatz, dem das Stift Bethlehem verpflichtet ist.

Ganz im diakonischen Sinne sei es auch, die Mitarbeiter früh in künftige Entscheidungen einzubeziehen. Deshalb sei man bereits frühzeitig mit den Plänen in die Belegschaft gegangen, so Jürgen Stobbe. „Hätte sich das Stift nicht immer den Anforderungen der Zeit angepasst, gäbe es uns heute nicht mehr“, so der Propst.

 

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erstellt am 28.Nov.2014 | 07:00 Uhr

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