zur Navigation springen

Ludwigsluster Tageblatt

09. Dezember 2016 | 04:59 Uhr

Ludwigslust : Landrat: Fusion der Wehren war richtig

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Nach Rücktritt des Vorsitzendes des Kreisfeuerwehrverbandes: Christiansen hält an Struktur fest. Neuwahl am 4. März

Die Entscheidung von Manfred Jedzik, vom Vorsitz des Kreisfeuerwehrverbandes Ludwigslust-Parchim zurückzutreten, hat Landrat Rolf Christiansen mit Respekt zur Kenntnis genommen (wir berichteten). Dennoch hält Christiansen die Fusion der beiden Feuerwehrverbände Parchim und Ludwigslust für richtig.

Der Rücktritt komme für ihn jedoch nicht überraschend. „Es hat sich seit Wochen abgezeichnet, dass der Rückhalt für den Verbandschef in vielen Feuerwehren und bei vielen Verantwortlichen auf Ebene der Wehrführer und Amtswehrführer fehlte. Wenn das Vertrauen nicht mehr da ist, ist das der konsequente Schritt“, sagt der Landrat. 

Er danke Manfred  Jedzik dafür, dass er im Zuge der Fusion der Kreisfeuerwehrverbände Ludwigslust und Parchim  zum Kreisfeuerwehrverband Ludwigslust-Parchim bereit war, Verantwortung zu übernehmen.

Die einstigen Kreisfeuerwehrverbände Ludwigslust und Parchim im Jahr 2014 zum Kreisfeuerwehrverband Ludwigslust-Parchim zusammenzuschließen, hält Rolf Christiansen nach wie vor für richtig.

 „Die Bildung des Kreisfeuerwehrverbandes Ludwigslust-Parchim war mit Blick auf die Aufgaben der einzig logische Schritt und rechtlich und sachlich zwingend geboten. Zur Bewältigung von Großschadensereignissen oder Katastrophen – ich erinnere hier nur an das Elbehochwasser 2013 – ist es notwendig, dass wir kreisweit einheitliche Strukturen haben, nach einheitlichen Handlungsrichtlinien agieren und die Fähigkeiten der einzelnen Wehren effektiv aufeinander abgestimmt sind“, so der Landrat.

Der Kritik, dass die Bildung des Kreisfeuerwehrverbands zu schnell vorangetrieben wurde, widerspricht Rolf Christiansen und hält ausdrücklich dagegen: „Die Kreisgebietsreform ist am 4. September 2011 in Kraft getreten. Zur Gründungsversammlung des Kreisfeuerwehrverbands Ludwigslust-Parchim habe  ich aber erst im April 2014 eingeladen. Die beiden ehemaligen Kreisfeuerwehrverbände hatten mehr als zweieinhalb Jahre Zeit, sich zusammenzufinden. Bedauerlicherweise ist es den Vorständen aber seinerzeit nicht gelungen, eine gemeinsame Position zu finden, die Gespräche mündeten stets in einer Sackgasse. Indes war die Bereitschaft eines gemeinsamen Wegs damals auf Ebene der Amtswehrführer viel weiter vorangeschritten als bei den beiden ehemaligen Vorständen.“

Einer der Knackpunkte damals war die zahlenmäßige Unterlegenheit der Parchimer Wehren. Vorschläge, beide Vorsitzenden der ehemaligen Kreisfeuerwehrverbände im Amt zu belassen, scheiterten.

Dass Manfred Jedzik nun seinen Rücktritt erklärte, sei nach Ansicht des Landrats ganz klar eine Vertrauensfrage und weniger eine Strukturfrage. „Für mich ist es wichtig, dass der Kreisfeuerwehrverband mit den beiden Stellvertretern auch in der jetzigen Situation handlungsfähig ist. Die Personalfrage  um den Vorsitz  muss in nächster Zeit sehr gewissenhaft geklärt werden. Ich bin mir sicher, dass die Verantwortlichen im Verband und in unseren Feuerwehren diese Angelegenheit auch ohne Zwischenrufe aus der Politik meistern.“

Die Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Feuerwehren sieht Christiansen in Anbetracht der aktuellen Situation nicht gefährdet. „Die Feuerwehren in unserem Landkreis erfüllen viele absolut wichtige Funktionen und tragen zu einer intakten Infrastruktur bei. Dies ist letztendlich der hohen Einsatzbereitschaft der Kameradinnen und Kameraden zu verdanken. Mein Dank gilt an dieser Stelle aber auch den Familien und Partnern, die sehr viel Verständnis für die Feuerwehrarbeit aufbringen“, lobt Rolf Christiansen das freiwillige Engagement.

Voraussichtlich am 4. März, dem Termin der nächsten Verbandsversammlung, soll ein neuer Kreiswehrführer gewählt werden. Der Landrat hofft im Interesse der Bürger des Landkreises, dass „alle Beteiligten dann im Sinne einer zukunfts- und handlungsfähigen Struktur gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Kreis-Feuerwehrchef Manfred Jedzik hatte seinen Rücktritt mit mangelndem Zuspruch für seine Arbeit begründet. Vorausgegangen waren monatelange Querelen in den 240 Feuerwehren zwischen Elbe und Plauer See, die 9000 Mitglieder zählen. Zuletzt hatten 29 Feuerwehren aus der Region Grabow/ Ludwigslust einen Misstrauensantrag vorbereitet.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Feb.2016 | 16:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen