zur Navigation springen

Ludwigsluster Tageblatt

29. August 2016 | 19:59 Uhr

Ludwigslust : Kommunikation um die ganze Welt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Die Mitglieder des Deutschen Amateur-Radio-Clubs, Ortsverband Ludwigslust, funken grenzenlos

„Sie rufen, kriegen eine Antwort und wissen nicht von wo.“ Genau das ist es, was Hellwig Amreihn so am Amateurfunken begeistert. Der 59-Jährige ist Vorsitzender des Deutschen-Amateur-Radio-Clubs (DARC), Ortsverband Ludwigslust. Durch einen Freund entdeckte Hellwig Amreihn in den 90er Jahren seine Leidenschaft für die Kommunikation über Kurzwelle und UKW und legte daraufhin seine Prüfung als Amateurfunker ab. „Mein tollstes Erlebnis war mal, als ich im Auto saß, gefunkt habe und plötzlich jemand aus Nottingham geantwortet hat“, sagte der Ortsverbandsvorsitzende. Doch Nottingham war nicht der entfernteste Funkkontakt, den der Anlagenbauer herstellen konnte. „Ich hatte auch schon Kontakt mit Amateurfunkern aus Japan.“

„Der Amateurfunk ist ein wirklich völkerverbindender Funkdienst, er kennt keine Ländergrenzen und überwindet alle Hemmnisse, die sich aus Unterschieden der Rasse, des Standes und der politischen Weltanschauung ergeben könnten – eben weil diese Dinge keine Diskussionsthemen für Funkamateure sind“, heißt es in einem Schreiben des Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. Wie wahr diese Aussage ist, hat Dieter Weber selbst schon erfahren dürfen. Der 63-Jährige ist seit den 70ern leidenschaftlicher Amateurfunker. „Einmal hatte ich mit dem spanischen König Kontakt. Der hat mich daraufhin sogar eingeladen“, erzählt der ehemalige Fernmeldetechniker.

Die Möglichkeit zur grenzenlosen Kommunikation ergibt sich aus den weltweiten Standards und Gesetzmäßigkeiten, die jeder Amateurfunker kennen muss, um seine Lizenz zu erhalten.   Kommuniziert wird hauptsächlich in Englisch. „Es gibt Zeichen, die jeder kennt und die dadurch überall verstanden werden“, sagte Dieter Weber. Nach bestandener  Prüfung erhält jeder Amateurfunker außerdem ein eigenes Rufzeichen, das aus  Buchstaben und Zahlen besteht. Die ersten beiden Buchstaben kennzeichnen dabei das Land, aus dem der Funker stammt. Die nachfolgende Zahl kennzeichnet die Stationsnummer. Die abschließenden Buchstaben kann jeder Amateurfunker selbst wählen.

Der DARC e.V. hat deutschlandweit über 36800 Mitglieder, die sich in 24 regionale Distrikte mit über 1000 Ortsverbänden gliedern. Der Ortsverband Ludwigslust ist seit 1993 Mitglied des DARC e.V. Er zählt zum Distrikt Mecklenburg-Vorpommern und vereint insgesamt 17 Mitglieder aus Ludwigslust, Neu Kaliß, Neu Krenzlin usw.

Neben dem Sprechfunk, gibt es für die Amateurfunker auch die Möglichkeit, über das Morsen (Telegrafieren) zu kommunizieren. Für viele Funkliebhaber liegt der Spaß jedoch in der benutzten und oft selbst gebauten Funktechnik. So auch für Dieter Weber, Rufzeichen (DL1SWB). „Ich wurde durch einen Grabower Kollegen infiziert. Der hat Amateurfunk gemacht und da war ich mal zu Besuch, habe seine Technik gesehen und verstanden, was er da so macht. Ja und so fing das bei mir an“, erinnert er sich. Mit Telegrafie und Morsezeichen habe der ehemalige Fernmeldetechniker  jedoch nicht so viel am Hut. In Grabow hat der 63-Jährige seine Ausbildung zum Amateurfunker gemacht. Heute kann sich Dieter Weber vor allem für das Funken in Verbindung mit Computern begeistern.

Auch an Wettbewerben haben Dieter Weber und sein Amateurfunkkamerad Hellwig Amreihn, Rufzeichen DM4HA, bereits teilgenommen. Dabei geht es vorrangig darum, so viele Kontakte wie möglich in einer vorgeschriebenen Zeit einzufangen. Nach erfolgreichem Kontakt schicken sich   Amateurfunker außerdem oftmals so genannte QSL-Karten, (Funkbestätigungskarten).

Um überhaupt Kontakte per Funk herstellen zu können, spielen jedoch zahlreiche Faktoren zusammen. „Wenn das Wetter nicht mitspielt, kann es zum Beispiel sein, dass die Verbindungen schlecht oder nicht möglich sind. Dafür haben wir Funker die Möglichkeit bei Katastrophen, wenn das Stromnetz zusammenbricht, untereinander Kontakt aufzubauen und ein Hilfsnetzwerk zu organisieren“, erklärt Hellwig Amreihn.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Feb.2016 | 17:19 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen