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Ludwigsluster Tageblatt

06. Dezember 2016 | 15:06 Uhr

Nachhaltige Mobilität : „Keine Science Fiction mehr“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Auf Regionalkonferenz in Ludwigslust diskutierten heute Fachleute über Autonomes Fahren, E-Autos und Metrobusse in der Metropolregion

So eng war es noch nie auf den Stellplätzen rechts und links der einen Elektro-Ladesäule vor dem Landratsamt. Passend zum Thema der Regionalkonferenz „Nachhaltige Mobilität“ waren gestern die Teilnehmer nicht nur überwiegend mit dem Zug, sondern auch mit E-Autos angereist. „Die 370 Anmeldungen haben uns in den letzten Tagen ganz schön nervös gemacht“, sagt Wolfgang Schmülling, der stellvertretende Landrat. Während die Zugreisenden alle mit Sonderbussen vom Bahnhof zur Stadthalle kamen, mussten die E-Mobilfahrer improvisieren und ihren Strom für die Aufladung aus herbeigeholten Kabelverteilertrommeln zapfen.

In zwanzig Jahren könnten die Konferenzteilnehmer vielleicht schon in den ersten selbstfahrenden Autos anreisen. Professor Dr. Dirk Vallée, Experte für Stadtverkehr aus Aachen, hält das für nicht ausgeschlossen. Autonomes Fahren, Digitalisierungen über Apps, Lastenfahrräder mit Elektroantrieb als Autoersatz oder Fahrerassistenzsysteme - das alles sei laut Vallée „keine Science Fiction mehr“. In seiner Rede plädierte er für „ganzheitliche Denkansätze und aufeinander abgestimmte Siedlungs- und Verkehrskonzepte, die sich nicht an irgendwelchen Grenzen orientieren.“

Zwanzig Jahre - so lange will Holger Weidner nicht warten. Der Rentner aus Zarrentin hatte sich im Forum „Intelligent gelenkt - wie Digitalisierung den Verkehr umweltgerechter macht“ zu Wort gemeldet. „Es kann nicht sein, dass wir auf dem Lande erst eine Perspektive haben, wenn das autonome Auto da ist“, so Weidner. Er hatte in Vorfreude auf diese Konferenz sein Zweitauto zum Verkauf angeboten. „Weil ich gehofft hatte, hier heute Antworten zu bekommen, die nicht auf Jahrzehnte hinauslaufen.“ So gäbe es in Zarrentin immer noch keine Anbindung gen Westen mit dem öffentlichen Nahverkehr. Die Busse aus Richtung Büchen halten acht Kilometer vor Zarrentin und kehren dann wieder um. „Diese acht Kilometer hindern uns daran, ohne Auto nach Hamburg zu kommen“, so Weidner.

Wie derartige Probleme anderswo angegangen werden, wie zum Beispiel individueller Verkehr mit öffentlichem Verkehr vernetzt werden kann oder wie Metrobusse im ländlichen Raum Lücken füllen - darüber diskutierten die Fachleute aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gestern in sechs Foren und Diskussionsrunden. Nach Hamburg im letzten Jahr war Ludwigslust diesmal erstmals Gastgeber der Regionalkonferenz. Bereits 2012 waren die Experten für die Entwicklung der Metropolregion schon einmal in MV. Schwerpunkt in Boltenhagen war damals der Tourismus.

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