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Ludwigsluster Tageblatt

07. Dezember 2016 | 11:34 Uhr

Ludwigslust : Jobmotor für die Region

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

5,8 Prozent Arbeitslosenquote für den Hagenower Bereich - so niedrig war diese offizielle Zahl noch nie

Die Region um die ehemalige Kreisstadt bleibt einer der wichtigsten Jobmotoren für die ganze Region Westmecklenburg. Mit einer Arbeitslosenquote von jetzt nur noch 5,8 Prozent gab es einen neuen Minusrekord seit Beginn der Statistik im Jahr 1991. Und Hagenow ist nicht allein auf Rekordjagd. Mit 6,0 Prozent lag die Ludwigsluster Geschäftsstelle nur unwesentlich zurück. Selbst der ganze Landkreis Ludwigslust-Parchim kam auf eine Quote von 6,1 Prozent, trotz noch relativ hoher Arbeitslosigkeit in Parchim (7,4), Lübz (8,2) und Sternberg (9,4). Das spricht für eine enorm niedrige Arbeitslosigkeit im Schweriner Umland.

Mit diesen Zahlen liegen der Hagenower Bereich aber auch der Landkreis schon relativ dicht am Niveau der benachbarten Flächenkreise in den alten Ländern.

Für die Entwicklung, die besonders seit 2014 mit ziemlicher Schnelligkeit verläuft, gibt es nach dem Urteil des Experten der Agentur für Arbeit gleich mehrere Gründe. „Wir haben in der Hagenower Region zum einen sehr viele kleine, mittelständische Betriebe. Das hat sich schon bei der Krise in 2008 ausgezahlt und das merken wir jetzt auch im Aufschwung. Wir sind nicht von dem einen großen Unternehmen abhängig, die Betriebe sind flexibel und sie bieten zuverlässig offene Stellen an“, erklärte Geschäftsstellenleiterin Marion Braun.

Der Zuwachs bei den offenen Stellen ist in der Tat enorm. Für den Hagenower Bereich waren das Ende Oktober 886 Stellen. Verglichen mit dem Vorjahresniveau war das ein Zuwachs von fast unglaublichen 62 Prozent. Und selbst im kompletten Agenturbezirk Schwerin ist die Zahl der gemeldeten Stellen im gleichen Zeitraum um mehr als 20 Prozent gestiegen, wie Guntram Sydow, der Chef der Arbeitsagentur Schwerin, gestern in Hagenow bestätigte. Auch für ihn sei der alte Kreis Hagenow wirtschaftlich das Zugpferd in der Region. Und er schloss gestern auf Nachfrage nicht aus, dass sich die Zahlen noch weiter nach unten entwickeln könnten. Für Arbeitnehmer seien das gute Nachrichten. Für die Firmen werde es schwerer, vor allem bei der Suche nach den berühmten Fachkräften. Die Hitliste der Gesuchten ist seit Jahren gleich: Maschinen- und Anlagentechniker, Fachkraft für verarbeitendes Gewerbe, Fachkräfte für den Lagerbereich und die Logistik, Bau- und Nebengewerke, Kraftfahrer, Gesundheitsberufe, Erzieher und nicht zuletzt Köche und Restaurantfachkräfte.

Die angespannte Lage bei der Suche nach Fachkräften wird sich in den kommenden Jahren kaum entspannen. Dafür spricht schon die demographische Lage. Jetzt drängen immer stärke Jahrgänge in den Ruhestand oder in die Rente. Diesen Effekt merken die Experten von der Bundesagentur nur indirekt. Ältere Arbeitnehmer über 50 haben zunehmend bessere Chancen, in Arbeit zu kommen oder zu bleiben. Immer mehr Unternehmen achten drauf, ihre Mannschaften zu halten. Im Bereich der Arbeitnehmer, die über 50 Jahre alt sind, ging die Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr im gesamten Agenturbezirk um 15,4 Prozent zurück, im Hagenower Bereich lag diese Quote bei 5,9 Prozent. „Förderung kennt keine Altersgrenze“, meint Agenturchef Sydow dazu und verweist auf spezielle Förder- und Schulungsprogramme für die Älteren.

Auch wenn in den kommenden Monaten nach allen Erfahrungen ein kleiner Wintereinbruch bei der Arbeitslosigkeit zu erwarten ist, wird die Arbeitslosigkeit in der Region wohl auch 2018 vergleichsweise niedrig bleiben.

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erstellt am 02.Nov.2016 | 17:49 Uhr

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