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Ludwigsluster Tageblatt

11. Dezember 2016 | 10:56 Uhr

Ludwigslust-Parchim : Große Spanne bei Kita-Kosten

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Robert Meier vom Landkreis Ludwigslust-Parchim erläutert im SVZ-Gespräch, wie die Kosten pro Platz ermittelt werden

Eltern hoffen auf Entlastung bei den Kita-Kosten. Schließlich hatte die neue Landesregierung im Oktober angekündigt, 30 Millionen Euro bereitzustellen, damit die Elternbeiträge in Kindergarten und Kinderkrippe um 50 Euro sinken. Doch ob das Geld überhaupt bei den Familien ankommt, scheint fraglich, wie ein Beispiel aus Friedrichsruhe zeigt. Die Gemeinde hat bereits höhere Kita-Beiträge angekündigt, so dass es sogar passieren kann, dass die Eltern unterm Strich mehr zahlen müssen als bisher. Steigende Kosten, unter anderem fürs Personal, sind Grund dafür. Wie die Elternbeiträge zustande kommen, erläuterte Robert Meier, Fachgebietsleiter Kindertagesförderung beim Landkreis Ludwigslust-Parchim, im Gespräch mit SVZ-Redakteur Michael Beitien.

Friedrichsruhe kündigt höhere Kita-Kosten an und will mit dem Kreis verhandeln. Ist das eine Ausnahme oder stehen mehr Verhandlungen an? Gibt es weitere Träger, die steigende Kosten angekündigt haben?

Robert Meier: Es erfolgen laufend Leistungs-, Qualitäts- und Entgeltverhandlungen mit Kindertageseinrichtungen. Der Entgeltverhandlung liegen die individuellen Kosten der einzelnen Einrichtungen zugrunde. Diese setzen sich zusammen aus den Personal- und den Sachkosten des Hauses. Aufgrund der tariflichen Steigerungen der Gehälter erhöhen sich in der Folge auch die Kosten des einzelnen Platzes in der Einrichtung, damit diese Kosten für den Einrichtungsträger refinanziert sind. Gleiches gilt für die Sachkosten, die in der Regel aufgrund von allgemeinen Preissteigerungen ebenfalls stetig ansteigen. Hier bildet Friedrichsruhe also keine Ausnahme.

Wie hoch sind derzeit im Durchschnitt die Kosten für einen Kindergarten-, Krippen- und Hortplatz im Landkreis?

Das durchschnittliche Entgelt eines Krippenplatzes ganztags im Landkreis beträgt 804,99 Euro, das durchschnittliche Entgelt eines Kindergartenplatzes ganztags 454,04 Euro und das durchschnittliche Entgelt eines Hortplatzes ganztags 264,92 Euro.

Wie groß ist die Spanne zwischen dem billigsten und dem teuersten Platz?

Die höchsten Entgeltwerte betragen in der Krippe 1262,43 Euro, im Kindergarten 670,91 Euro und im Hort 378,02 Euro. Die niedrigsten Entgeltwerte betragen in der Krippe 609,52 Euro, im Kindergarten 328,62 Euro und im Hort 171,42 Euro.

Wie setzt sich die Finanzierung der Kita-Plätze zusammen?

Gemäß Kindertagesförderungsgesetz M-V (KiföG M-V) wird die Förderung in Kindertageseinrichtungen gemeinsam finanziert durch das Land, die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe, die Gemeinden des gewöhnlichen Aufenthalts und die Eltern. Land und Kreis beteiligen sich mit Festbeträgen an der Finanzierung eines Platzes. Die verbleibenden Kosten tragen die Gemeinde des gewöhnlichen Aufenthalts des Kindes und die Eltern gemeinsam, wobei die Gemeinde mindestens 50 Prozent der verbleibenden Kosten übernehmen muss.

Wie hoch sind die Elternbeiträge im Durchschnitt?

Der durchschnittliche Elternbeitrag eines Krippenplatzes ganztags im Landkreis beträgt 265,11 Euro, der durchschnittliche Beitrag eines Kindergartenplatzes ganztags 157,40 Euro und der durchschnittliche Beitrag eines Hortplatzes ganztags 85,20 Euro. Hierbei ist zu beachten, dass vom Elternbeitrag noch eine Elternentlastung gemäß KiföG M-V bei Kindern im Alter bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres und bei Kindern im Vorschuljahr gewährt wird. Somit reduziert sich der zu zahlende Beitrag für Eltern in der Krippe bezogen auf den durchschnittlichen Elternbeitrag von 265,11 Euro auf 165,11 Euro und im Kindergarten im Vorschuljahr von 157,40 Euro auf 77,40 Euro. Hinzu kommen noch die Kosten der Verpflegung, die von den Eltern allein zu tragen sind.

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erstellt am 21.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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