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Ludwigsluster Tageblatt

25. März 2017 | 03:00 Uhr

Ludwigslust : Gemeinsam gegen die Sucht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ludwigsluster Beratungs- und Therapiezentrum ist wieder vollständig besetzt und bietet Hilfe für Betroffene und Angehörige.

Alkoholsucht, Medikamentenabhängigkeit, Missbrauch illegaler Drogen, Spielsucht oder Computerabhängigkeit – die Liste der möglichen Süchte und Abhängigkeiten ist lang. Wer süchtig oder bereits abhängig ist, findet in der Kanalstraße 20 in Ludwigslust genauso Hilfe und Unterstützung wie Angehörige von Betroffenen. Im Beratungs- und Therapiezentrum arbeiten insgesamt 16 Mitarbeiter, die begleiten, beraten und vermitteln.

„Wir sind seit Februar diesen Jahres wieder voll besetzt und können alle Therapien und Beratungen anbieten“, erklärt Susann Petschull, Koordinatorin des Ludwigsluster Zentrums. Im vergangenen Jahr hatten einige personelle Veränderungen zur teilweisen Unterbesetzung des Zentrums geführt. Mit den Sozialpädagoginnen Wenke Hopp und Sara Mix ist das Team wieder komplett.

Auf zwei Etagen werden in dem Haus in der Kanalstraße vier Bereiche für Suchtkranke, Abhängige und deren Angehörige angeboten. „Wir haben die Beratungsstelle, die Tagesstätte, das ambulant betreute Wohnen und die Begegnungsstätte – alles unter einem Dach“, erklärt Susann Petschull, die auch als Suchtberaterin tätig ist.

Im vergangenen Jahr betreute das Zentrum, das sich in der Trägerschaft der Diakoniewerk Kloster Dobbertin gGmbH befindet, rund 370 Patienten. Hauptsucht ist der Alkohol. „Im vergangenen Jahr hatten wir einen Anstieg bei Alkoholkranken, die über 65 Jahre alt sind“, so Susann Petschull. Im Durchschnitt sind die Patienten des Zentrums zwischen 45 und 50 Jahren alt.

In Ludwigslust haben die Patienten dann die verschiedensten Möglichkeiten, ihre Sucht oder Abhängigkeit therapieren zu lassen. „Wir bieten Einzel- und Gruppengespräche, Beratungen für Angehörige, Weitervermittlung in die Rehabilitation, Begleitung bis zum Therapieantritt und vieles mehr“, erklärt Susann Petschull. Dabei unterliegen alle Mitarbeiter der Schweigepflicht, und die meisten Patienten nutzen die Angebote freiwillig. „Es kommt aber auch vor, dass Angehörige den Kontakt zu uns suchen oder ein Patient auf Anraten des Arztes oder Jobcenters zu uns kommt“, so Susann Petschull.

Ein weiteres Angebot ist die Präventionsarbeit an Schulen. „Wir fangen bereits in der vierten Klasse an und behandeln mit den Schülern vor allem die Themen Alkohol, Nikotin und Medien“, erklärt Sara Mix. Gemeinsam mit Wenke Hopp ist sie für die Prävention zuständig. „Bisher waren die Schüler immer offen und haben viele Fragen gestellt. Dadurch dass keine Lehrer anwesend sind, ist die Hemmschwelle auch niedriger“, ergänzt Wenke Hopp. Ziel der Präventionsarbeit an Schulen ist vor allem die Klärung der Frage „Was ist eine Sucht und wo beginnt der Missbrauch?“.

Vom 13. bis zum 20. Mai führt das Beratungs- und Therapiezentrum wieder eine Aktionswoche mit Vorträgen und Veranstaltungen durch. In diesem Jahr lautet das Motto „Kein Alkohol unterwegs“.

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erstellt am 20.Mär.2017 | 21:00 Uhr

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