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Ludwigsluster Tageblatt

09. Dezember 2016 | 04:52 Uhr

Grabow : Frische Ideen für inklusive Schule

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wismarer Studenten erarbeiten Entwürfe für mögliche Umgestaltung in Grundschule. Zunächst entsteht ein schwebender Zaubergarten.

„Guckt mal, ich habe noch was Glitzerndes gefunden“, ruft Chantal und schüttelt zwei kleine Becher mit Glitter. „Den kleben wir zum Schluss drauf“, sagt Joline und klammert noch einen Marienkäfer an den Weidenkranz, der in den letzten Minuten immer bunter geworden ist. Am Nebentisch fädelt Leonie zusammen mit einer jungen Frau, die sie bis vor Kurzem noch gar nicht kannte, Draht in eine bunte Flechtschnur. Die junge Frau ist Kristin Steimel, Innenarchitektur-Studentin von der Hochschule Wismar. Die 24-Jährige ist gemeinsam mit 14 weiteren Studenten und zwei Professoren an die Grundschule „Eldekinder“ in Grabow gekommen, um gemeinsam mit den Mädchen und Jungen einen schwebenden Zaubergarten zu gestalten. Die Installation ist ein Nebeneffekt eines größeren Projektes, das die Schule und die Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar in diesem Semester verbindet.

Schulleiterin Andrea Fuhrmann hatte die Hochschule angeschrieben und um Unterstützung bei einer besonderen Herausforderung gebeten. „Wir hatten uns im Kollegium die Frage gestellt, wie in einer guten inklusiven Schule die Raumgestaltung sein müsste, kamen aber selbst nicht weiter. Und so entstand die Idee, Fachleute zu fragen.“ Welche besonderen Ansprüche es gibt, sei klar: ruhige Ecken, in die sich die Kinder zurückziehen und in denen sie in kleinen Gruppen arbeiten können; ein gutes Ablagesystem, um individuelles Arbeiten mit vielfältigen Materialien zu ermöglichen; Plätze, an denen die Gruppen schnell zusammenkommen können. „Und vielleicht wären andere Farben besser, weil sie beruhigender wirken“, meint Andrea Fuhrmann mit Blick auf das Blau im Atrium.

Mit diesen Fragen hatten sich auch die Studenten in den vergangenen Wochen befasst. „Sie haben im Unterricht konsultiert und sich in Referaten gegenseitig über unterschiedliche pädagogische Konzepte informiert“, erklärt Prof. Oliver Hantke. Nach dem Besuch der Grabower Schule sei ein 3D-Modell entstanden. Inzwischen arbeiten die Studenten an ihren Entwürfen, die mindestens eine Raumprogrammplanung für die ganze Schule und die Gestaltung eines Klassenraums enthalten müssen. „Jeder Student bringt eigene Ideen, eine eigene Formensprache, Farbkonzept, Lichtwirkung und unterschiedliche Materialien ein“, sagt Prof. Hantke. „Die Entwürfe können dann als Ideengeber für eine künftige Planung der Umgestaltung dienen.“ Möglicherweise wird sogar ein Raum exemplarisch nach den Entwürfen der Studenten umgestaltet. „Und könnte dann auch als Anschauungsbeispiel für andere Schulen dienen“, so Hantke. Bis zum Ende des Semesters, also spätestens im Februar, sollen die Entwürfe vorliegen und dann auch in Grabow präsentiert werden.

Der glitzernde und schillernde Zaubergarten ist schon früher fertig sein. Anfang Dezember soll er eingeweiht werden. Doch auch da haben die Studenten noch die eine oder andere harte Nuss zu knacken. „Sie müssen die Arbeiten der Schüler so inszenieren und auffüllen, dass die Installation in dem sehr großen Atrium auch wirkt“, erklärt Prof. Annette Leyener. „Und dann muss das Ganze auch noch zum Schweben gebracht werden…“ 

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erstellt am 05.Nov.2016 | 07:00 Uhr

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