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Ludwigsluster Tageblatt

04. Dezember 2016 | 04:55 Uhr

Woosmer : Friedhof wird zum Streitthema

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Die Woosmeraner fordern eine neue Satzung und werfen der Gemeinde undemokratisches Handeln vor

Wenn es um ihren Friedhof geht, werden die Woosmeraner aktiv. Die Bewohner identifizieren sich mit diesem Teil ihrer Gemeinde. Und so setzten sich die Bürger nun dafür ein, dass die neu beschlossene Friedhofs-Satzung so nicht bleiben kann. „Es war schon länger bekannt, dass unsere Friedhofs-Satzung überarbeitet werden muss“, sagt Egon Oelke. Aber dass dies ohne Einbezug der Bewohner geschieht, das kann der Woosmeraner überhaupt nicht verstehen.

„Wir haben aus dem Amtsboten erfahren, dass es eine neue Satzung gibt“, erzählt er. Es sei keiner befragt worden, nicht einmal der Bestatter Schwenk sei mit einbezogen worden, beschwert sich Oelke. Auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung wollten sich die Bewohner zu diesem Thema Gehör verschaffen. „Vorher waren wir auch noch bei der Bürgermeisterin zum Sprechtag und haben dieses Thema angesprochen“, ergänzt Bruno Brauch. Doch auf der Gemeindevertretersitzung sei das Thema trotz allem nach kurzer Debatte erledigt gewesen. Die neue Satzung, die am 21. Juni beschlossen wurde, ist und bleibt rechtskräftig, ohne dass die Meinungen der Bürger von Woosmer berücksichtigt wurden.

Einfach hinnehmen werden die Woosmeraner das nicht. Der Friedhof sei ein Teil ihres Dorfes, für den sich jeder ehrenamtlich einsetze. „Die Bürger pflegen den Friedhof in Eigeninitiative“, erzählt Annett Schwenk. Am Wochenende vor Ostern treffen sich rund 60 Bewohner zum traditionellen Friedhofseinsatz. Neue Zäune werden gebaut, Gräber ausgehoben, eine neue Wasserleitung gelegt, die Trauerhalle ausgestattet – das alles auf freiwilliger Basis. „Da ist es doch nicht zu viel verlangt, bei der neuen Satzung ein Mitspracherecht zu haben.“

Vorgeschrieben sei das nicht. Es ist eine freiwillige Leistung der Gemeinde, dass Bürger über eine Satzung mitbestimmen können. Zudem hatten die Bürger die Möglichkeit, auf den vergangenen Gemeindevertretersitzungen ihre Bedenken zu äußern. „Wir haben die Satzung ja nicht einfach kalkuliert, beschlossen und fertig“, sagt Bürgermeisterin Christel Drewes. Man habe schon eine Menge Vorarbeit geleistet, das Thema sei mehrere Male lang und breit diskutiert worden. Zudem sei die Karenzzeit nach der Gemeindefusion, den Friedhof unter der alten Satzung zu betreiben, nun abgelaufen. „Die Friedhöfe in Laupin und Woosmer standen bisher immer unter besonderem Schutz.“ Doch die Auflage, neue Satzungen zu erarbeiten und so auch die Gebühren anzugleichen, müsse nun erfüllt werden. Bisher kostete eine Erdbestattung 50 Euro in Woosmer. Durch die neue Regelung werden nun 2058,31 Euro verlangt. Trotz allem ist das Gemeindeoberhaupt bereit, alle Beteiligten, Mitarbeiter vom Amt, Gemeindevertreter und die Bürger vor Ort, an einen Tisch zu holen, um über eventuelle Änderungen und Ergänzungen der Satzung zu reden. „Es ist nur schwierig, sich so schnell auf einen Termin zu einigen, an dem dann alle können“, so Drewes.

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erstellt am 29.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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