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Ludwigsluster Tageblatt

09. Dezember 2016 | 00:59 Uhr

Ludwigslust : Flüchtlingsheim schließt Ende 2017

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Auf Einwohnerversammlung in Weselsdorf deutet Bürgermeister Reinhard Mach Trendwende bei der Betreuung von Asylbewerbern im Landkreis an

Rückzug aus der Flüchtlingsbetreuung: Weil immer weniger Auswanderer ins Land kommen,  werden jetzt  Gemeinschaftsunterkünfte und für die dezentrale Unterbringung angemietete Wohnungen  „mit Augenmaß abgebaut“. Das bestätigte gestern Andreas Bonin, Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, auf SVZ-Anfrage.  Der Vertrag mit dem Betreiber des Ludwigsluster Wohnheims in der Grabower Allee ist jetzt zum 31. Oktober 2017 gekündigt worden.  Die beiden anderen Großunterkünfte des Kreises in Parchim und im Techentiner Weg in Ludwigslust bleiben  bestehen.

 Grund für die Anfrage beim Landkreis sind Zahlen, die Ludwigslusts Bürgermeister Reinhard Mach am Mittwochabend auf der Einwohnerversammlung in Weselsdorf in den Raum geworfen hatte. Die beiden Gemeinschaftsunterkünfte der Stadt mit Platz für jeweils 250 Flüchtlinge seien derzeit nur zur Hälfte belegt. Er denke, dass diese Entwicklung „dazu führen wird, dass der Landkreis die Anmietung der Unterkünfte, wenn möglich, kündigen wird“.

Mit Stand 11. November 2016 leben 816 Asylbewerber in Ludwigslust-Parchim, 326 in den drei Gemeinschaftshäusern, 490 dezentral verteilt in Wohnungen. Das Land finanziert die Unterkünfte und bat laut Bonin, dass der Landkreis diese nun nach Maß abbaut. Und das passiere jetzt beim Wohnheim in Ludwigslust. Warum gerade dieses Haus und nicht das im letzten Jahr angemietete und von der kreiseigenen Gesellschaft BBS-Start betriebene im Techentiner Weg geschlossen wird, begründete der Kreissprecher mit Alter und Zustand des Gebäudes. Nach SVZ-Informationen soll aber auch der fünfjährige Mietvertrag zum 31. Oktober 2017 auslaufen.

„Es wird nicht künstlich aufgeräumt“, umschreibt es Bonin. So lasse man auch die Mietverträge für die  dezentralen Asyl-Wohnungen auslaufen oder überschreibe sie nach Anerkennung der Flüchtlinge auf deren Namen – so gewünscht.

Der Betreiber der Unterkunft in der Grabower Allee bedauert die Kündigung.  Etwa zehn Mitarbeiter betreuen dort seit Jahren die Auswanderer und sichern das Objekt ab. Auch schon vor der großen Flüchtlingswelle 2015. „Sie haben dort gute Arbeit gemacht“, sagt Klaus Skrzypkowski, Geschäftsleiter der zuständigen Firma WSD Sicherheit.

Seitens des Landkreises will man jetzt in der Grabower Allee einen „geordneten Rückzug organisieren“. Die übrigen 160 Asylbewerber bekommen in den nächsten Monaten entweder einen anerkannten Status und danach eine Wohnung oder müssen wieder in die Heimat. Neue Zuwanderer sollen gleich anderweitig untergebracht werden.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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