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Ludwigsluster Tageblatt

04. Dezember 2016 | 17:21 Uhr

Dömitz : Fachwerkhaus stürzt ein

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Feuer, Wasser und Leerstand hatten dem Gebäude über Jahre zugesetzt. Die Stadt Dömitz will das Objekt kaufen

Einsturz mit Ansage: Das unbewohnte Eckhaus in der Torstraße 1 ist am Sonntagmittag größtenteils zusammengebrochen. Verwundert ist darüber allerdings kaum jemand, der den Fachwerkbau in den vergangenen Wochen gesehen hat. In der Seitenwand hatte sich eine deutliche Beule gebildet, die nach und nach größer wurde. „Überrascht bin ich nicht. Die Entwicklung der letzten Zeit hatte den Einsturz eigentlich voraussehen lassen“, sagte Bürgermeister Helmut Bode gestern Nachmittag.

Er war gegen 11.30 Uhr von Bürgern angerufen worden, die in der Nachbarschaft des eingestürzten Hauses wohnen, und daraufhin in die Torstraße geeilt. Mit einem Riesenkrach, den selbst Spaziergänger auf dem Elbdeich noch hören konnten, war die ausgebeulte Seitenwand des (noch) denkmalgeschützten Gebäudes auf die angrenzende Straße gestürzt und hatte das Dach mitgerissen. Glücklicherweise war die Fahrbahn dort seit Ende August komplett gesperrt. „Die herabgestürzten Mauerteile landeten komplett innerhalb der Absperrung“, so Helmut Bode erleichtert. Die Gefahr ist jedoch noch nicht komplett gebannt. Die stehen gebliebene Giebelwand droht nach Aussage des Bürgermeisters ebenfalls einzustürzen. „Wir werden darauf bestehen, dass sie abgebrochen wird“, so Helmut Bode. Doch wie es jetzt konkret weitergeht, sei Sache der Bauordnungsbehörde des Landkreises, die heute über den Einsturz informiert wird.

Das Haus in der Torstraße 1 ist seit Jahren ein Sorgenkind der Stadt Dömitz. Nachdem vor gut fünf Jahren ein Feuer in dem dreigeschossigen Gebäude gewütet hatte, war es zunächst ungeschützt Wind und Wetter ausgesetzt. Schließlich ließ der Landkreis es innerhalb einer Sicherungsmaßnahme notdürftig verschließen, um eine Gefährdung der Öffentlichkeit zu verhindern. Doch schon bald flatterten die Planen im Wind, so dass Wasser wieder ungehindert eindringen konnte.

Doch viel mehr konnten zu diesem Zeitpunkt weder Landkreis noch Stadt tun, weil sich das Gebäude in Privatbesitz befindet. Der Eigentümer hat aber offenbar kein Interesse mehr daran – und kein Geld. Und auch ein neuer Besitzer fand sich nicht. Zuletzt scheiterte eine Versteigerung, obwohl das Anfangsgebot bei einem Euro lag. Daraufhin hatte die Stadt Dömitz nach Aussage von Helmut Bode in Betracht gezogen, das Objekt selbst zu kaufen. Allerdings über eine Zwangsversteigerung, um es ohne finanzielle Lasten zu bekommen. „Vom Denkmalschutz hatten wir bereits die Zustimmung, dass das Gebäude dann von der Denkmalliste genommen werden würde, damit wir es abreißen können“, so der Bürgermeister. An diesen Plänen halte man auch nach dem Einsturz fest. Was mit dem Grundstück gegenüber dem Rathaus nach einem Abriss passieren wird, ist noch offen.

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erstellt am 18.Okt.2015 | 21:00 Uhr

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