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Ludwigsluster Tageblatt

30. Mai 2016 | 20:17 Uhr

Ludwigslust : Ein ewiger Ort der Mahnung

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Neu gestaltete Stätte am Bassin in Ludwigslust wird am 27. Januar im Gedenken an die Opfer des KZ Wöbbelin eingeweiht

Auf dem Areal zwischen Schloss und Stadtkirche Ludwigslust fand am 7. Mai 1945 auf Befehl der amerikanischen Militärbehörden die Beerdigung  von Opfern des KZ Wöbbelin unter Anteilnahme der Einwohner von Ludwigslust statt. 

Seit 71 Jahren  ist dieser Platz ein Ort des Gedenkens. Und die Gedenkstätte am Ludwigsluster Bassin wird am 27. Januar 2016 erneut im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen, wenn dort der Verein   Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e. V.  um 11 Uhr mit einer Gedenkveranstaltung  und Kranzniederlegung an die Opfer der Hitlerdiktatur erinnert. Zugleich wird die  Gedenkstätte nach ihrer Umgestaltung eingeweiht, weiß Ramona Ramsenthaler, die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, zu berichten. Das Areal am Bassin wurde zum Teil neu gestaltet.   Mit Unterstützung des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e. V. und finanzieller Zuwendung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin hat die Stadt Ludwigslust zwei Informationsstelen aus Stahl mit historischen Fotos von 1945 aufstellen sowie drei Klinkerpodeste mit Informationstafeln setzen lassen. 

„Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit ist ein Grundsatz der Bildungsarbeit des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e. V.“, so die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin,  Ramona Ramsenthaler, die auch in diesem Jahr wieder viele Projekte mit Schülern gestalten wird.

Gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin wurde auch das Projekt „Hingucken und Einmischen“ entwickelt.  Ein Baustein war im vergangenen Jahr das Medienprojekt „Spuren der Vergangenheit-Ludwigslust 1933 bis 1945“  von Schülern der Regionalschule Rastow mit Mirko Schütze von der Sophie Medienwerkstatt Hagenow und mit Unterstützung der Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin.

„Der Dokumentarfilm, der mehrfach im Filmtheater Luna lief,  wird anlässlich des Gedenktages am 27. Januar 2016 um 11.45 und um 18.30 Uhr im Saal des Rathauses in Ludwigslust in Anwesenheit der Zeitzeugen Dieter Ueltzen und Reinhard Heißner gezeigt“, so Ramona Ramsenthaler, die  von der großen Resonanz auf dieses Schüler-Filmprojekt sehr überrascht und erfreut war.

Nach der Kranzniederlegung wird die Veranstaltung im Saal des Rathauses Ludwigslust fortgesetzt. Landrat Rolf Christiansen spricht zum Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus, auch der Region, an die Opfer der KZ-Außenlager Neustadt-Glewe, Boizenburg und Wöbbelin sowie an die vielen Opfer der Todesmärsche, die in den letzten Monaten und Tagen des Zweiten Weltkrieges quer durch Deutschland getrieben wurden. Zwischen Parchim, Schwerin und Ludwigslust endete der Marsch der Häftlinge der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück.

Nach der Vorführung des Dokumentarfilmes „Spuren der Vergangenheit“, der auch auf die zivilen Opfer in Ludwigslust verweist, werden die weiteren Maßnahmen zur würdevollen Gestaltung der Ludwigsluster Gedenkorte und Ehrenfriedhöfe und das Filmprojekt „Ludwigslust 1927 bis 1937“  durch  Reinhard Mach und die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin vorgestellt. 

Nach der Übergabe der neu gestalteten Gedenkstätte in Sülstorf im November 2015 werden nun die Vorhaben auf dem evangelischen Stadtfriedhof in Ludwigslust mit der Neugestaltung der „Schwurhand“-Gedenkstätte und der Neugestaltung der Stätte im Lüblower Wald, mit den Massengräbern der Toten des KZ Wöbbelin bei Neu Lüblow folgen. Damit auch künftige Generationen das Gedenken an die  Opfer des Nationalsozialismus wachhalten und weitertragen  - die Erinnerung darf nicht enden.

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erstellt am 14.Jan.2016 | 11:47 Uhr

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