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Ludwigsluster Tageblatt

07. Dezember 2016 | 23:11 Uhr

Ludwigslust : Die Suche nach einem Hausarzt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

28-Jährige wird bei fünf Allgemeinmedizinern abgelehnt. Hausärztliche Unterversorgung liegt in Ludwigslust jedoch noch nicht vor

Die Nase läuft, der Hals kratzt, man fühlt sich schwach und friert – Herbstzeit ist Erkältungszeit. Wenn dann auch noch Fieber hinzukommt, ist es Zeit, den Hausarzt aufzusuchen. Doch das scheint nicht immer so einfach zu sein. Zumindest nach den Erfahrungen von Maria S.* aus Ludwigslust.

Die 28-jährige Notarfachangestellte, die in Hamburg arbeitet und in Ludwigslust lebt, konnte wegen einer starken Erkältung nicht zur Arbeit und benötigte daher eine Krankschreibung. Da sie nach Ludwigslust gezogen war und kein Auto besitzt, wollte sie sich in der Lindenstadt einen neuen Hausarzt suchen. Doch die Ernüchterung folgte am Telefon. „Ich wurde bei fünf Hausärzten in Ludwigslust abgelehnt oder auf den Herbst nächsten Jahres vertröstet. Auf die Frage, warum das so sei, gab mir keine Praxis eine Antwort. Eine Arzthelferin entgegnete mir sehr unfreundlich, ich solle froh sein, dass ich überhaupt schon einen Hausarzt habe“, erzählte Maria S..

Doch eine hausärztliche Unterversorgung liegt in Ludwigslust noch nicht vor, erklärte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Mecklenburg-Vorpommern auf SVZ-Anfrage. „In Ludwigslust gibt es zwölf Allgemeinmediziner. Natürlich würden wir gern noch mehr sehen, aber man kann sich keine neuen Ärzte backen, und die Standortfaktoren einer Stadt müssen auch stimmen“, sagte Kerstin Alwardt, Leiterin der Pressestelle der Kassenärztlichen Vereinigung. Laut Bedarfsplanung des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen könnten sich derzeit noch sieben Hausärzte zusätzlich in Ludwigslust niederlassen. Um neue Ärzte zu gewinnen, gibt es einen Förderkatalog bei der KV. „In Ludwigslust greifen alle möglichen Maßnahmen, um Anreize für eine Neuansiedlung zu schaffen. So zum Beispiel auch Investitionszuschüsse in Höhe von bis zu 75 000 Euro“, erklärte Kerstin Alwardt.

Auf SVZ-Anfrage betonte zum Beispiel Diplommedizinerin Petra Lier, dass in ihrer Gemeinschaftspraxis mit Diplommedizinerin Petra Hyzy in Ludwigslust keine Patienten abgewiesen werden würden. „Wir nehmen jeden neuen Patienten auf, und Akutfälle behandeln wir immer so schnell wie möglich“, so Petra Lier.

Bei der Suche nach einem neuen Hausarzt wird Maria S. nun von der Kassenärztlichen Vereinigung unterstützt. „Gemeinsam finden wir eine Lösung“, versicherte Kerstin Alwardt.

*Name von der Redaktion geändert.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 07:00 Uhr

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