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Ludwigsluster Tageblatt

08. Dezember 2016 | 08:56 Uhr

Ludwigslust : Das wollen die Macher von morgen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Mehr Elektorautos, eine Hochschule im Landkreis und freies WLAN - so stellen sich Jugendliche das Jahr 2030 in ihrer Heimat vor

Deutlich mehr Zuspruch als bei seiner Premiere im Vorjahr hatte am Wochenende das Kreisjugendforum: An zwei Tagen haben Jugendliche aus dem Landkreis im Ludwigsluster Landratsamt über die Zukunft diskutiert. Ihr Ziel: Sie wollen mit konkreten Vorschlägen Einfluss auf das Kreisentwicklungskonzept 2030 nehmen. „In 14 Jahren seid ihr erwachsen, lebt mit eurer eigenen Familie im Landkreis, habt attraktive Jobs, seid im Verein und engagiert euch hoffentlich in der Politik.“ So rosig, wie Landrat Rolf Christiansen ihnen am Sonnabend die Zukunft ausmalte, sehen es die Schüler allerdings nicht. „Wir haben gestern Abend mal in die Runde gefragt, wer nach der Schule hier im Landkreis bleibt“, sagt Torben Knaak (16) aus Boizenburg. „Nicht ein einziger hatte sich gemeldet.“ Die Schüler bemängeln zu wenig attraktive und halbwegs gut bezahlte Lehrstellen, schlechte Verkehrsanbindungen und fehlende Möglichkeiten für akademische Ausbildungen. „Es kann doch nicht sein, dass im ganzen Landkreis nur ein Fachabitur möglich ist“, sagte Torben.

Warum gibt es im Kreis keine Hochschule? Warum können nicht Shuttlebusse die Lehrlinge in die Gewerbegebiete bringen? Und warum müssen Schüler und Azubis für den Nahverkehr bezahlen, wo sie in anderen Städten doch auch umsonst fahren? Mit den Fragen konfrontierten die Jugendlichen am Sonnabend Vertreter aus Verwaltung und Politik. Mit dabei auch Nico Skiba, Vorsitzender des Ausschusses für Verwaltungsmodernisierung und Kreisentwicklung. Das Jugendforum sieht er als „zurzeit einziges Instrument, Jugendliche im Landkreis politisch zu beteiligen“. Auch wenn viele der angesprochenen Themen nicht immer in die Zuständigkeit des Landkreises fallen, spiegelten sie doch gut das Stimmungsbild der Jugend wider. So wünschen sich die Jugendlichen flächendeckendes Internet, freies WLAN, den Verzicht auf Diesel- und Benzinmotoren und statt dessen E-Bus-Shuttles, die Kinder zu den Hauptschulbuslinien bringen. Für Joachim Müller vom Fachdienst „Regionalmanagement und Europa“ seien im Forum viele Knackpunkte angesprochen worden, die durchaus Platz im Entwurf des Kreisentwicklungskonzeptes finden werden. Der erste Entwurf soll im Januar vorliegen. Bis dahin kann jeder im Landkreis Vorschläge einbringen. Die Resonanz bisher sei allerdings spärlich. So finden sich im Online-Dialogforum zum Kreisentwicklungskonzept 2030 (KEK) in den letzten sechs Wochen gerade mal dreißig Beiträge.

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erstellt am 10.Okt.2016 | 10:35 Uhr

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