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Ludwigsluster Tageblatt

30. September 2016 | 18:53 Uhr

Dömitz : Das „Fritz Reuter“ verschwindet

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Am Montag rückt eine Firma an, um das einsturzgefährdete Fachwerkhaus abzureißen

Diesmal wollen die Behörden schneller sein als die Schwerkraft: Am Montag rückt ein Unternehmen an, um das ehemalige Gasthaus „Fritz Reuter“ direkt neben der katholischen Kirche abzureißen. Das teilte Bürgermeister Helmut Bode gestern auf SVZ-Anfrage mit. Mit dem Abriss, der im Auftrag der Bauordnungsbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim erfolgt, will man dem drohenden Einsturz des baufälligen Gebäudes in der Nähe des Rathauses zuvorkommen. Kaum 100 Meter entfernt war im vergangenen Oktober das Fachwerkhaus in der Torstraße 1 mit lautem Gepolter eingestürzt (SVZ berichtete). Verletzt wurde damals glücklicherweise niemand.

Das ehemalige „Fritz Reuter“ befindet sich inzwischen in einem ebenso erbärmlichen Zustand wie das eingestürzte Haus. Die sichtbaren Balken sind bedrohlich durchgebogen, erste Risse haben sich im Holz gebildet. Der Bürgersteig vor dem Fachwerkgebäude ist seit Monaten abgesperrt und verweist die Passanten auf die gegenüberliegende Straßenseite. „Ich bin froh, dass jetzt etwas passiert und nicht auch dieses Gebäude unkontrolliert zusammenfällt“, so Helmut Bode.

Ein „besenreines“ Grundstück wird die Firma jedoch nicht hinterlassen. Nach Helmut Bode vorliegenden Informationen soll nur ein Teil des Schutts abgefahren werden, der Rest auf einem Haufen liegen bleiben. „Und dann soll ein zwei Meter hoher Zaun aufgestellt werden“, so der Bürgermeister.

Die Kosten der Arbeiten muss zunächst der Landkreis tragen, weil er sie – anstelle des Eigentümers – in Auftrag gegeben hat, um eine Gefährdung von Passanten auszuschließen. Das Geld könnte er vom Eigentümer zurückfordern. Theoretisch. In vielen Fällen ist dort aber nichts zu holen. Die Eigentümerin des „Fritz Reuter“ lebt in den USA.

Auch für den Schutthaufen in der Torstraße 1 bahnt sich eine Lösung an. Am 9. November ist Termin für die Zwangsversteigerung. Die Stadt hatte sie beantragt, weil der Privateigentümer des Hauses die fälligen Grundsteuern nicht gezahlt hatte, und sie will auch mitbieten. „Die Stadt wird sich als letzter Bieter mit einem Euro beteiligen“, so Helmut Bode. Bei einem vorherigen Zwangsversteigerungstermin hatte sich auch für diesen symbolischen Preis kein Käufer gefunden. Ein direkter Kauf würde weder für die Kommune noch für einen anderen Interessenten infrage kommen, weil der neue Eigentümer dann die Belastungen im Grundbuch mit übernehmen müsste. Die belaufen sich laut Bode auf eine sechsstellige Summe.

Ohnehin würden auf die Stadt noch einige Kosten zukommen, um das Grundstück beräumen zu lassen. „Das soll dann aber mit Hilfe der Städtebauförderung realisiert werden“, erläuterte der Bürgermeister. Er hat auch schon eine Idee, was mit der Fläche dann geschehen könnte. „Wir könnten einen Parkplatz einrichten, weil die Parksituation rund um das Rathaus nicht die beste ist.
 

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erstellt am 17.Sep.2016 | 07:00 Uhr

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