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Ludwigsluster Tageblatt

02. Dezember 2016 | 21:05 Uhr

Ludwigslust : Da badet ein Pferd vorm Schloss...

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Die etwas andere Lesung: Fritz-Reuter-Schüler liefern den Stoff für die Bildergeschichten von Kinderbuchautor Thomas Schallnau

Noch ist die Leinwand weiß. Doch gleich werden die Kinder im Rathaussaal mit dem Finger schnipsen und dem Zeichner zurufen, wer die Hauptrolle in der nächsten Bildergeschichte spielen soll. „Ein Pferd“, ruft jemand in der dritten Reihe. „Und ein Polizeidackel.“ Es braucht nur wenige Striche von Thomas Schallnau und die Leinwand füllt sich mit Leben.

Eine Stunde lang hat der Berliner Kinderbuchillustrator am Donnerstag mit Zweitklässlern der Fritz-Reuter-Schule Bildergeschichten erfunden, die sie so schnell nicht vergessen werden. Denn die großformatigen Zeichnungen, die dabei entstanden sind, werden von den Kindern später ausgemalt und in ihrer Schule ausgestellt.

Schallnau ist vielen bekannt durch seine kleinformatige Bilderbuch-Reihe über den Elefanten „Rüssel“, deren erste Ausgabe 1986 erschien. Lea Baack war da noch nicht geboren. „Als Kind habe ich die Rüssel-Bücher geliebt“, sagt sie. „Ich habe mich jeden Abend vor dem Einschlafen auf die Geschichten gefreut. Sie waren voller Details, so dass man jedes Mal etwas Neues entdeckte.“ Die 18-Jährige absolviert gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Stadtbibliothek. Schallnaus kleine Papp-Bücher stehen noch immer zu Hause in ihrem Regal. „Die gebe ich wohl nie weg“, sagt sie. Auch die Stadtbibliothek hat gestern die Gelegenheit genutzt, ihren Bestand mit Schallnaus Büchern aufzustocken.

Der Autor lebt heute in Berlin-Pankow und ist nach wie vor gefragter Gast auf Kunstmessen, Ausstellungen und Lesungen. Gerade erst war er in Zürich, hat dort eine Auswahl seiner Filmplakate für eine Ausstellung vorbeigebracht.

Seine Lesungen in Schulen sind ungewöhnlich. „Ich lese nicht vor“, sagt er. „Das schläfert die Kinder doch nur ein.“ Bei ihm reden die Kinder. Und um ihnen den Einstieg in die Geschichte zu erleichtern, setzt Schallnau ihnen manchmal Hüte auf. Einen Tropenhelm, eine Polizeimütze oder einen feinen Damenhut. „Viele haben dann sofort eine Idee, wo die Geschichte spielen könnte.“

Die Ideen gehen auch dem 75-Jährigen nie aus. Er zeichnet noch immer Geschichten für seine „Rüssel“-Reihe. Das nächste Buch heißt „Rüssel schmust“. Schallnau: „Das können sich dann die Erwachsenen schenken. “

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erstellt am 08.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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