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Ludwigsluster Tageblatt

09. Dezember 2016 | 10:47 Uhr

Warlow : Bollows gelber Liebling

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bevor der Warlower Roburbus in die Winterpause geht, ist er jeden Tag auf Tour - mit Festgästen, Schulklassen oder Seniorengruppen

Als Marcel Bollow und sein Vater Helmut den hellblauen Robur Mitte der Neunziger Jahre abholten, war schnell klar: Der Bus muss die Farbe wechseln. Gelb soll er werden. So gelb wie der Raps auf den Feldern. „Er muss leuchten, wenn wir damit durch die Lewitz fahren“, hatte Helmut Bollow damals gesagt.

Die Farbe sei das einzig Neue an dem Bus, sagt Marcel Bollow. „Ansonsten ist hier  noch alles original.“ Ledersitze,  Lüftungsklappen,   Gepäcknetze oder  die nicht vorhandenen Gurte für Beifahrer und Fahrer... „Er knattert und ruckelt sogar noch wie früher“, sagt Roswitha Preuss aus Alt Krenzlin. Sie hatte den Bus im September mit ihrer VS-Seniorengruppe gebucht. Für einen Ausflug nach Wöbbelin. „Schon  die Fahrt im Bus ist  ein Erlebnis“, sagt sie.  „Nicht nur drinnen hat man Spaß,  auch draußen kommt er gut an. Menschen bleiben stehen, sehen uns hinterher und winken uns zu.“  Fahrer Marcel Bollow hat sich daran gewöhnt, dass  ihm Autos mit Lichthupe entgegen kommen. Der Warlower  hat eigentlich Maurer gelernt, war dann aber schnell in das Fahrschulgeschäft  seines Vaters mit eingestiegen. Erst als Fahrschullehrer, später ab 2004 auch als Busfahrer. „Als die geburtenschwachen Jahrgänge sich langsam in unseren Fahrschülerzahlen widerspiegelten, mussten wir uns was einfallen lassen“, sagt der 39-Jährige. Neben der Fahrschule betreiben Bollows nun auch ein kleines Busreiseunternehmen. Vater und Sohn chauffieren Festgesellschaften, Kitagruppen, Vereine oder Politiker quer durchs Land.  Besonders gefragt aus Bollows kleiner Busflotte ist der gelbe Robur. Bis zu 15000 Kilometer legt der Oldtimer jährlich von April bis Oktober zurück.

Im Winter lässt Marcel Bollow den Robur lieber  in der trockenen Garage. „Das Salz frisst ihn auf. Das wäre die Mühe nicht wert“, sagt er.  Demnächst will der Warlower einen zweiten Robur flott machen. Der über 50 Jahre alte Bus steht noch verlassen in  einer Scheune. Auch ihn will Bollow so weit wie möglich im Originalzustand erhalten. Nur bei der Farbe ist er wählerisch geworden. Der dunkelrote Lack muss weichen -  für ein sattes Gelb.

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erstellt am 11.Okt.2016 | 06:47 Uhr

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