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Ludwigsluster Tageblatt

10. Dezember 2016 | 13:49 Uhr

Ludwigslust : Bis heute null Fälle im Landkreis

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Unaufgeregte Veterinäre haben die Geflügelpest in Ludwigslust-Parchim bisher im Griff / Behördennummer 115 hilft

Die Einschläge vom Himmel fallender Vogelkadaver kommen näher. Von den Schutzmaßnahmen gegen Vogelgrippe sind Züchter und Mastbetriebe im Landkreis Ludwigslust-Parchim bereits betroffen. Erkrankte Tiere wurden allerdings noch nicht gefunden, wohl aber in Nachbarkreisen.

„Bisher haben wir null Fälle“, sagt Olav Henschel, Fachdienstleiter Veterinär- und Lebensmittelüberwachung beim Landkreis. Seine Mitarbeiter sind jetzt ständig unterwegs. Henschel selbst hält in diesen Tagen oft „Stallwache“, weil sich die Anfragen besorgter Bürger häufen. Kein Wunder: Im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind 8335 Tierhalter und Geflügelbetriebe gemeldet. 65 Betriebe davon halten mehr als 1000 Stück Geflügel, dort werden insgesamt etwa 3 383 500 Tiere gehalten. Insgesamt werden im Landkreis Ludwigslust-Parchim 3 524 000 Federviecher gehalten, davon 3 203 000 Hühner, 224 200 Puten, 73 600 Enten, 12 200 Gänse und 13 500 Stück sonstiges Geflügel.

Was muss ein Spaziergänger tun, der jetzt in der Natur einen toten Vogel findet? Bei kleineren Tieren wie Spatzen rät Olav Henschel zur Methode „Hundehaufentüte“. Also: Die Hand in den Plastikbeutel stecken, den Vogel aufnehmen, ohne ihn anzufassen und dann am besten in die Mülltonne befördern. Bei größeren Wildvögeln sollten Spaziergänger die Kadaver nicht berühren. Die Behörden-Telefonnummer ist hier die richtige Adresse. Zuständig sind die Ordnungsämter. Was genau heißt „Einstallpflicht“? Olav Henschel: „Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse dürfen bis auf weiteres ausschließlich in geschlossenen Ställen gehalten werden.“ Wichtig ist das Dach: Es muss die Stallseiten überragen und nach oben gesichert sein, damit weder Vögel noch deren Kot eindringen können. Die Seitenwände können aus dichtem Draht sein, sie müssen „vogelsicher“ umzäunt sein, um Wildvögel abzuhalten. Chef-Veterinär Olav Henschel: „Die angeordneten Maßnahmen dienen dem Schutz vor der Einschleppung des Erregers der Geflügelpest.“

Wer kontrolliert das alles? „Mit den größeren Betrieben haben wir uns in Verbindung gesetzt“, sagt Fachdienstleiter Olav Henschel. Die rund 8000 Tierhalter einzeln aufzusuchen, klappt natürlich nicht flächendeckend. Allerdings achten die Ordnungsämter schon darauf, dass das Federvieh ein Dach über dem Kopf bekommt. Passiert das nicht, klingeln die Mitarbeiter und machen die Lage deutlich. Wer allerdings heimlich Hühner und Gänse hält und das nicht anmeldet, muss damit rechnen, dass die Behörden verschnupft reagieren. Dann drohen Bußgelder bis zu 25 000 Euro – zu teuer für ein paar Weihnachtsgänse.

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erstellt am 22.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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