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Ludwigsluster Tageblatt

11. Dezember 2016 | 09:00 Uhr

Neustadt-Glewe : Bestattungen auch am Sonnabend

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bau- und Umweltausschuss der Lewitzstadt schlägt Stadtvertretung Ausgleich der Mehrkosten über die Gebühren vor

Soll es auch künftig an Sonnabenden Beerdigungen in Neustadt-Glewe geben? Daran entzündete sich in den letzten Tagen die Debatte in der Lewitzstadt. Grund ist die geplante Änderung der Friedhofssatzung. Sie ist seit über 14 Jahren gültig und bedarf einer Anpassung an geänderte Gesetze und Gegebenheiten. Die CDU Neustadt-Glewe hatte auf ihrer Facebook-Seite auf die Absicht der Stadt hingewiesen, Bestattungen nur noch von Montag bis Freitag durchzuführen. Daraufhin hatte sich allgemeine Entrüstung breit gemacht. „Es hat nicht jeder einen guten Chef, der es erlaubt, unter der Woche zur Beerdigung eines guten Freundes zu fahren“, lautet eines der Gegenargumente. „Supermärkte etc. haben samstags doch auch geöffnet. Da müssen die Leute auch arbeiten“, wendet ein anderer User ein.

Mit Spannung wurde die Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Montagabend im Neustädter Rathaus erwartet. Die Änderung der Friedhofssatzung stand auf der Tagesordnung. Eine Vorberatung, denn die Entscheidung trifft die Stadtvertretung der Lewitzstadt, die am 8. Dezember zu ihrer nächsten planmäßigen Sitzung zusammentritt. Die CDU hatte beantragt, auch in Zukunft Bestattungen an Sonnabenden auf dem Friedhof der Stadt zuzulassen. Bauausschussmitglied Dr. Wolfgang Tempel von der Fraktion Die Linke schloss sich dieser Forderung an.

Offenbar wegen des öffentlichen Drucks war Bürgermeisterin Doreen Radelow bereits von ursprünglichen Forderungen der Beschlussvorlage abgerückt, die noch von der inzwischen nicht mehr bei der Stadt tätigen Kämmerin erarbeitet worden war.

Dass ein Bestattungsunternehmer nach den Worten der Bürgermeisterin darum gebeten hatte, sonnabends keine Beerdigungen mehr durchzuführen, fiel bei den Ausschussmitgliedern überhaupt nicht in die Waagschale. Irrelevant. Schwerer wiegen schon die zusätzlichen Lohn- und Nebenkosten, die nach Auffassung des Ausschusses aber nicht dazu führen dürfen, dass sonnabends keine Beerdigungen mehr stattfinden.

Die Bürgermeisterin schilderte die Situation. „Auf dem Friedhof haben wir nur zwei Mitarbeiter, die auch keine Vollzeitstellen haben. Sie arbeiten im Sommer ganztags, um die Dunkelstunden des Winters anzusparen“, so Doreen Radelow. Die Aufgaben würden immer mehr. „Im Moment haben wir bereits 65 Pflegegräber. Die Leute werden immer älter und können das oft nicht mehr selbst in Ordnung halten“, nennt die Bürgermeisterin ein Beispiel. Im Ausschuss herrschte Einigkeit, den Mehraufwand über eine noch zu erarbeitende Friedhofsgebührensatzung zu regeln.

Eine weitere Änderung betrifft die anonymen Bestattungen. Hier soll es Angehörigen nicht mehr möglich sein, an der direkten Bestattung auf dem Grabfeld teilzunehmen. Die Stadt will Vorschläge unterbreiten, wie die Abschiednahme stattdessen erfolgen könne – etwa durch Absenken der Urne bereits in der Trauerhalle. Die anonyme Form der Beerdigung nimmt offensichtlich auch in Neustadt-Glewe immer mehr zu. 2010 seien es noch ein Drittel aller Bestattungen gewesen, was sich inzwischen auf die Hälfte erhöht habe, teilte die Bürgermeisterin dem Ausschuss mit.

Diskussionsbedarf gibt es auch zu Fotos auf Grabsteinen. Sie sollen die Würde des Verstorbenen wahren und bedürfen zukünftig der Genehmigung der Friedhofsverwaltung – so schlägt es der Bauausschuss vor.

Wie die Gesamtheit der Stadtvertretung das künftige Geschehen auf dem Neustädter Friedhof sieht, wird sich auf der Dezember-Sitzung des Stadtparlaments zeigen.


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erstellt am 08.Nov.2016 | 18:49 Uhr

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