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Ludwigsluster Tageblatt

05. Dezember 2016 | 05:25 Uhr

Ludwigslust : Bequemer über die Schlossstraße

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Behindertengerechte Querungsstellen sollen im kommenden Jahr entstehen.

Wer auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, hat es im Herzen Ludwigslust schwer. Ob Schlossstraße oder Schlossplatz – das Kopfsteinpflaster verlangt den Passanten einiges ab. Doch das soll sich ändern. In den kommenden zwei Jahren will die Stadt insgesamt mehr als 800 000 Euro investieren, um beide Bereiche baulich zu verändern. So sieht es der Investitionsplan 2017 vor, mit dem sich die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung am Mittwochabend befasst hatten. Voraussetzung ist jedoch, dass die erhofften Fördermittel fließen.

Auf dem Schlossplatz sind Laufbänder geplant, die so gepflastert werden, dass Fußgänger mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen problemlos vorankommen. Dazu muss es jedoch noch Abstimmungen mit der Denkmalpflege geben. Für die Planung des Vorhabens sollen in den Haushalt für das kommende Jahr 55 000 Euro eingestellt werden. Für den Bau, der dann 2018 folgen könnte, werden die Kosten grob auf 500 000 Euro geschätzt. Die Stadt hofft, rund 500 000 Euro Fördermittel über die Infrastrukturrichtlinie des Schweriner Wirtschaftsministeriums zu bekommen.

In der Schlossstraße sollen bereits im kommenden Jahr sechs behindertengerechte Querungsstellen entstehen. Dazu werden zum Teil Bordsteine abgesenkt, an anderen Stellen drei Meter breite Trassen über den Reiterweg und die Straße neu gepflastert. „Mit Granitgroßpflaster in gebundener Bauweise und geschlossenen Fugen, so dass die Straße ebener wird“, erklärte Jens Gröger, Fachbereichsleiter Tiefbau bei der Stadtverwaltung, gegenüber SVZ. Geplant ist außerdem eine Brücke über den Kanal, über die Fußgänger von der Schlossstraße zum Schlossplatz gelangen, ohne die schwer passierbare Straßenbrücke nutzen zu müssen. Rund 285 000 Euro sollen in diese Arbeiten fließen. Dazu will die Stadt rund 231 000 Euro Fördermittel nutzen. „Wir sind gerade dabei, den Fördermittelantrag zu schreiben“, so Gröger.

Im Zusammenhang mit diesen Investitionen wies Detlef Müller (SPD) auf ein anderes Problem hin. „Die gesamte Schlossstraße ist so schlecht, dass sie neu gemacht werden müsste“, sagte er in der Sitzung. „Nicht dass wir jetzt die Querungsstellen bauen und in zwei Jahren die ganze Straße anfassen.“ Was den Zustand der Ludwigsluster Prachtstraße angeht, stimmten Bürgermeister und Fachbereichsleiter Tiefbau unumwunden zu. „Die Straße ist in den 1990er-Jahren meiner Meinung nach nicht mit langfristigem Blick gebaut worden“, deutete Reinhard Mach grundlegende Mängel im Aufbau der Trasse an. Die Verwaltung wolle im zuständigen Ministerium „erforschen“, ob es eine Möglichkeit gäbe, für diese Straße noch einmal Fördermittel zu bekommen.

Im Investitionsplan der Stadt stehen für 2017 unter anderem auch der Umbau der Lenné-Schule mit Atrium, der Ausbau der Krenzliner Straße in Kummer, der westlichen Schlossfreiheit und des Cognacweges nach Weselsdorf, die Brücke im Eichkoppelweg, der Caravan-Stellplatz und schließlich auch Planungskosten für einen Wasserspielplatz. „Damit wir uns intensiv mit dem Thema und der Frage beschäftigen können, wo der richtige Standort für den Spielplatz wäre“, erklärte Kämmerin Petra Billerbeck. Melitta Roock (Die Linke) vermisste den mehrfach diskutierten zentralen Hort in der Fritz-Reuter-Schule in der Liste. Allerdings sei der dafür erforderliche Dachgeschossausbau als Projekt aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) erst für 2019 vorgesehen, verbunden mit einer 75-prozentigen Förderung, so Petra Billerbeck. „Wenn wir eher Geld bekommen können, müssten wir einen Nachtragshaushalt aufstellen“, ergänzte Bürgermeister Mach. Die Planungskosten für das Projekt sollen für 2018 nun aber doch in den Investitionsplan aufgenommen werden. „Wenn wir all das umgesetzt bekommen, haben wir für die Stadt viel gekonnt“, kommentierte Melitta Roock den Investitionsplan.

 

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erstellt am 04.Nov.2016 | 07:00 Uhr

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