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Ludwigsluster Tageblatt

27. März 2017 | 12:40 Uhr

Ludwigslust : Auf Planetenbahnen durch die Stadt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Caritas-Schulwerkstatt erarbeitet besondere Tour für Ludwigslust / Projekt verbindet unterschiedliche Unterrichtsfächer

Der Jupiter kommt auf seinem Weg um die Sonne genau an der Ludwigsluster Rathaustür vorbei. Allerdings nicht in der Realität, sondern nur in dem Sonnensystem, an dem die Schüler der Caritas-Schulwerkstatt gerade arbeiten. „Wir erarbeiten eine Planetenwanderung durch Ludwigslust und einen Flyer dazu“, erklärt Lehrer Claudius Hannemann. Damit überhaupt alle Planetenbahnen ins Gebiet der Lindenstadt hineinpassen, mussten die Schüler deren Abstände zur Sonne zunächst einmal maßstabsgerecht herunterrechnen.

Das Projekt beschäftigt die sieben Schüler bereits seit Januar. Der Maßstab war schnell klar: „Ein Zentimeter entspricht dem Durchmesser der Erde“, erklärt Claudius Hannemann. Also ein Zentimeter im Ludwigsluster Planetensystem entspricht 12 740 Kilometern im echten Universum. „Unsere Sonne hat einen Durchmesser von 1,10 Meter“, erklärt Nils. Die gelbe Scheibe, die die Schüler gebaut haben, hat ihren Platz auf dem Gelände der Schulwerkstatt An der Stadtkirche. Wo die Umlaufbahnen der Planeten um diesen Punkt entlangführen müssen, haben die Jungs mit Zirkel und Stadtplan herausgefunden. „Neptun kommt am Motodrom vorbei“, sagt Andrew. Der Mars wandert über den Kirchenplatz, die Erde kommt den Säulen der Stadtkirche sehr nahe.

Zu jedem dieser Punkte fahren die Schüler auf ihren Fahrrädern und machen Fotos für den Flyer, der am Ende noch am Computer gestaltet werden muss. Aufgenommen werden sollen auch Fakten über die Planeten, die sie vorher zusammengetragen haben. „Wir wollen, dass sich die Leute mehr für Planeten interessieren“, erklärt Andrew das Anliegen des Projektes, dessen Wirkung aber darüber hinausgeht. „Mathe, Physik, Kunst, Astronomie, Deutsch, Geografie und sogar Sport – dieses Projekt verbindet viele Fächer“, erklärt Birgit Schubert, Leiterin der Caritas-Schulwerkstatt. „Und bindet bei den Touren zu den Punkten sogar unser Fahrrad-Projekt ein.“ Claudius Hannemann ergänzt: „Dahinter steckt auch ein Stückchen Strategie. Die Kinder bekommen gar nicht mit, dass sie gerade etwas lernen.“

Nach einem turbulenten Jahr ist die Schulwerkstatt, in der Kinder und Jugendliche lernen, die an den regulären Schulen nicht klarkommen, endlich angekommen. Im Januar 2016 hatte sie die angestammten Räume im Wasserturmweg verlassen müssen, zwei Umzüge zu Zwischenstationen folgten. „Der dritte Umzug führte uns hierher“, sagt Birgit Schubert. „Und auch wenn die Lage aufgrund der Entfernung zur Lenné-Schule nicht ideal ist, sind wir froh, hier zu sein, weil wir ein Außengelände mit viel Platz und eine tolle Vermieterin haben.“

In der Schulwerkstatt lernen die Schüler unter besonderen Bedingungen. Die Gruppe ist klein, die Mitarbeiter leisten viel Beziehungsarbeit und motivieren. „Wir rechnen in kleinen Schritten ab, es gibt viel Lob und Ansporn“, sagt Birgit Schubert. Allerdings muss das Konzept für die Schulwerkstatt dringend überarbeitet werden. „Ursprünglich war sie für Schüler ab Klasse 5 gedacht, jetzt bekommen wir immer mehr Anfragen aus Grundschulen.“ Und auch ein zusätzlicher Sozialarbeiter wäre wünschenswert.

 

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erstellt am 14.Mär.2017 | 21:00 Uhr

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