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Entwicklungskonzept : Ab jetzt wird an Träumen rund um die A14 gearbeitet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ludwigslust, Grabow und Neustadt-Glewe lassen sich bei gemeinsamen Planungen auf die Finger gucken

Das fertige Konzept für das Städtedreieck, für all die Entwicklungschancen, die sich um den Bau der Autobahn A14 ranken, gibt es schon seit vielen Monaten. Dass erst Nachmittag der offizielle Start zur tatsächlichen Umsetzung des „Regionalen Entwicklungskonzeptes A14“ gegeben werden konnte, zeigt zugleich das Problem. Alle drei beteiligten Städte samt ihrer politischen Vertreter mussten und müssen auch weiterhin über ihre Schatten springen. Denn die Idee, beim Kampf um die Chancen des Autobahnbaus, nicht alleine als kleine Stadt sondern zusammen und koordiniert als Region zu kämpfen, bedeutet, die kleinen Egoismen zurückzustellen. Und so gab Doreen Radelow, die Bürgermeisterin Neustadt-Glewes, gestern auch umunwunden zu, dass es die politischen Vertreter in den Städten waren, die für die Verzögerung von mehr als einem Jahr gesorgt haben. Nicht nur Landrat Rolf Christiansen hätte mit dem, was gestern begann, gern schon Monate früher begonnen. Auch Ludwigslusts Bürgermeister Reinhard Mach passte die Verzögerung überhaupt nicht. Dennoch bekannte er gestern, dass dieser Tag ein schöner sei, weil man nun endlich und nachhaltig vorankomme.

Es geht nicht nur um Gewerbegebiete an der Autobahn, es geht um den Tourismus, es geht um Wohngebiete, um das Umfeld einer ganzen Region, die den Autobahnbau als Chance für die nächsten Jahrzehnte sieht.

Für die nächsten zwei Jahre gibt es dafür ein Regionalmanagement, das im wesentlichen von der Entwicklungsfirma „cima“ gestellt wird. Mit Einfluss der Städte und unter Moderation des Landkreises. Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern sieht in Gestalt des Wirtschaftsministeriums die fest versprochene Kooperation in der Region als überaus positiv und fördert das Projekt. Manager Kilian Schache soll als Netzwerker vor Ort die Weichen stellen. Immerhin lassen sich alle Beteiligten das externe Management mehr als 160 000 Euro für die beiden Jahre kosten.

Dass es die durchgehende Autobahnverbindung in Richtung Dresden nach Schätzungen erst nach 2023 geben wird, ist kein Manko. Denn das Städtedreieck mit seinen mehr als 20 000 Bewohnern tritt schon jetzt gegen beachtliche Gegner an. Denn andernorts, beispielsweise in der Prignitz, ist man schon weiter.

„Wir haben bereits jetzt jede Menge Nachfragen, nicht nur aus der Wirtschaft. Es ist unsere Bevölkerung, die wissen will, wie es weitergeht, was kommt. Wer über Ostern gesehen hat, wieviele Menschen zu der Brückenbaustelle bei uns gepilgert sind, der weiß, wie groß das Interesse ist“, erklärte Stefan Sternberg, der Bürgermeister Grabows. Sein Amtskollege Mach ergänzte, dass es ihm persönlich fast egal sei, wo ein Investor hingehe, Hauptsache er bleibe in der Region. „Ich kann auch mit Ansiedlungen in Schwerin gut leben. Und so kommt es auch nicht darauf an, dass in den nächsten Wochen fünf oder zehn Interessenten anklopfen. Wichtig ist, dass für uns alles etwas Nachhaltiges dabei herauskommt.“

Dabei will das neue Management konkret helfen. Eine der ersten Aufgaben ist der Auftritt auf der „Expo Real“, einer Fachmesse für Immobilien und Investitionen in München.

Kommentar von Mayk Pohle: Eine Wette auf die Zukunft?
Es klingt so simpel, doch am Ende ist es so: Wer an der neuen Autobahn etwas reißen will, der schafft gemeinsam mehr als allein. Investoren ist es ziemlich egal, wo die Ortsschilder stehen. Die wollen etwas über Preise, Flächen, Arbeitskräfte und Lebensqualität wissen. Da kommt wirklich alles auf den Prüfstand. Insofern ist das, was jetzt in dem Städtedreieck passiert, gut und vernünftig. Ein paar Hektar an der neuen Autobahn zu planieren, in der Hoffnung, dann würden die Investoren schon kommen, das klappt sowieso nicht und wäre Geldverschwendung. Wir alle zusammen müssen schon Gründe liefern, warum man hier wohnen, leben und arbeiten sollte. Mit der einst großzügigen Förderung im Osten brauchen wir niemanden mehr zu locken. Diesen Vorteil, den wir an der A 24 noch hatten, wird es bald nicht mehr geben. Da braucht es gute Ideen und den Blick über den eigenen Gartenzaun. Gelingt das alles nicht, dann wird die neue A14 leider auch die Gelegenheit sein, die Gegend schnell in andere Richtungen zu verlassen, wie an der A20 zu besichtigen war und ist.

 

 

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erstellt am 19.Apr.2017 | 06:00 Uhr

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