zur Navigation springen

Ludwigsluster Tageblatt

26. März 2017 | 00:39 Uhr

Vielank : „2016 - ein Jahr zum Vergessen“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Milch, Vogelgrippe und Wolf waren die herausragenden Themen auf der Verbandsversammlung des Bauernverbandes Ludwigslust

„Das vergangene Jahr war das schwierigste in der Landwirtschaft nach der Wende“, so eröffnete Dietrich Groth, Vorsitzender des Bauernverbandes Ludwigslust gestern die Mitgliederversammlung des Vereins. „Nachdem 2015 schon ein rabenschwarzes Jahr war, kam 2016 das Jahr zum Vergessen“, bilanzierte Groth. Gründe dafür seien vor allem die Milchpreiskrise sowie die Vogelgrippe gewesen. Und beide Themen beschäftigen die Landwirte auch zu Beginn diesen Jahres.

Denn: Auch wenn die Milchkrise zurzeit nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht, ist sie noch lange nicht vorbei. Die Landwirte bekommen mit 32 Cent pro Kilogramm Milch momentan zwar deutlich mehr Geld als noch vor einigen Monaten, es reiche aber noch immer nicht aus, um gewinnbringend zu produzieren, so der Tenor. „Außerdem haben wir den Eindruck, dass der Preis wieder schwächelt“, sagte Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Agrarministerium während der Versammlung. „Die Position der Landwirte muss daher weiter gestärkt werden.“

Mit deutlichen Worten griff Buchwald dann auch das zweite Problemthema, die Vogelgrippe, auf. „Das Ministerium ist über die Entscheidungen der westlichen Landkreise nicht glücklich“, so der Staatssekretär zur Stallpflicht für Geflügel. Nur die Landkreise im Osten machten das, was sie als verantwortungsvoll ansehen. Die lockerten nur zögerlich die Vorschriften. Vor allem, weil die Zahl der Geflügelpestfälle in der Wildtierpopulation zuletzt allmählich wieder stiegen.

„Die Milchkrise und die Vogelgrippe zeigen, dass auch dieses Jahr nicht einfach für uns wird“, fasste Dietrich Groth zusammen, „wir müssen daher weiter gemeinsam für unsere Interessen kämpfen.“ Das gelte im Bereich des Bauernverbandes Ludwigslust besonders auch für ein weiteres Dauerthema, den Wolf. Ziel der Landwirte ist es, dass es möglichst schnell eine Bestandsobergrenze für Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern gibt. „Wir haben es in diesem Punkt allerdings mit einer gelähmten Politik zu tun, die sich zurückhält“, so Groth, „vielleicht weil sie die Brisanz nicht erkennt.“ Der Verbandsvorsitzende forderte die Bauern im Kreis deshalb auf, alle Geschehnisse auf ihren Höfen zu melden. Sie müssten Fakten liefern, um die Politiker in Bewegung zu setzen.

Eine negative Bilanz für 2016 und ein Ausblick in eine offenbar nicht weniger schwierige Zukunft, die Landwirte hatten nach dem offiziellen Teil viel Diskussionsstoff. Schon Mitte April treffen sie wieder in Vielank zusammen. Dann geht es um die Fördermittel für 2017. Der Verband will darüber informieren, wie sie beantragt werden können.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen