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Hagenower Kreisblatt

29. August 2016 | 09:16 Uhr

Über den Wolken : Wo der Horizont fast grenzenlos ist

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kio Kiaulén fröhnt in Bobzin ungewöhnlichem Hobby - dem Tragschrauberfliegen

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, beschreibt der Liedermacher Reinhard Mey ein mächtiges Gefühl, dass wahrscheinlich nur die wenigsten von uns tatsächlich kennen. Zwar nicht ganz so hoch, aber dennoch dem Himmel nah, wähnt sich Kio Kiaulén, wenn er mit seinem leuchtend roten Tragschrauber in die Lüfte aufsteigt. Seit zwei Jahren frönt der 46-Jährige diesem ungewöhnlichen Hobby. „Ich habe im Juli 2011 meinen Flugschein bekommen, dafür habe ich mein Motorrad, eine Aprilia,  verkauft“, erinnert sich der Bresegarder an die Anfänge. Sein Schlüsselerlebnis habe er gehabt, als er damals einen 45-minütigen Rundflug über die Elbe bei Magdeburg geschenkt bekommen habe. „Das war der absolute Hammer, wie Motorradfahren in der Luft, nur viel, viel geiler. Da wusste ich schon, das will ich den Rest meines Lebens machen“, begeistert die Erinnerung daran immer noch den Bauunternehmer. Als ihm kurze Zeit später das Schicksal  eine harte wie schmerzhafte Probe auferlegte, er fiel von der Rüstung und brach sich acht Rippen, Schlüsselblatt und Steißbein, wollte er die Leidenschaft ausleben. „Als ich wieder genesen war, habe ich mir gesagt, wenn du es jetzt nicht machst, wird nie was draus. Also habe ich es getan.“

Mittlerweile hat sich der junge Mann seinen eigenen Gyrocopter, eine Mischung zwischen Flugzeug und Hubschrauber,  zugelegt und ermöglicht auch anderen Menschen, die überwältigende Faszination des Fliegens zu erleben. „Das Interesse wächst bei den Leuten. Mittlerweile absolviere ich zwei bis drei Flüge pro Woche“, sagt Kio Kiaulén. Überwiegend seien es Frauen, die erst Angst hätten, sich dann aber doch hinter ihn setzten. „Nach hundert Metern habe ich sie alle. Nach der Startphase ist es nämlich ein ganz ruhiger Flug. der Hauptrotor wird vom Wind bewegt, der Propeller hinten schiebt einen vorwärts. Abstürzen kann man nicht. Wenn der Motor tatsächlich mal ausgehen sollte, was unwahrscheinlich ist, wird der Wind von unten nach oben in den Rotor gepustet und der Tragschrauber gleitet zur Erde.“ Bei Langstreckenflügen bewege er sich in etwa 850 Metern Höhe, erklärt Kio Kiaulén, tiefer als 330 Meter oder 1000 Fuß dürfe er nicht fliegen. „Die meisten Frauen und Männer, die mit mir aufsteigen  wollen, möchten ihre Grundstücke, Häuser und Gegenden, wo sie aufgewachsen sind, von oben fotografieren oder filmen. Bis jetzt waren alle hellauf begeistert über diese ganz andere Perspektive der Betrachtung.“

Genau die ist es auch, die Werner und Rolf Schröder aus Hamburg immer wieder zum Hangar zwischen Wittenburg und Hagenow ziehen lässt. „Die Startbahn in Bobzin ist über die A 24 für uns leicht und schnell zu erreichen. Wir versuchen mindestens ein bis zwei Mal pro Woche in der Saison von hier aus zu fliegen“, betont Werner Schröder. Der 66-Jährige habe in Bobzin einst auch seinen Flugschein für dreiachsige Ultra-Leichtflieger gemacht, verrät er im SVZ-Gespräch, bevor er gekonnt mit seinem Bruder gen Himmel abhebt.

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erstellt am 03.Aug.2014 | 16:34 Uhr

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