zur Navigation springen

Hagenower Kreisblatt

03. Dezember 2016 | 07:40 Uhr

Bandenitz – Alt Zachun : Wind: Die Riesen kommen näher

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bandenitz bleibt in Sachen Windpark zerstritten. Alt Zachun stimmt zu. Entscheidungen über den Bau der 200-Meter-Türme stehen an

Bandenitz/Alt Zachun Seit Jahren wird um den Kommunalen Windpark im Bereich der Gemeinden Bandenitz/Sülstorf, Holthusen und Alt Zachun gestritten und noch immer ist in den Gemeinden kein klares Meinungsbild zu erkennen. Nach der heftigen Diskussion in Sülstorf mit letztendlicher Zustimmung der Gemeinde, waren jetzt die Gemeinden Alt Zachun  und Bandenitz um ihre neuerliche Meinung gefragt. Beide Gemeinden waren gleich zu mehreren Beschlüssen aufgefordert worden. Dabei ging es um eine Neuauflage  der Pläne  für  den Bürgerwindpark   mit elf Anlagen zwischen  Sülstorf, Holthusen, Alt Zachun und Bandenitz sowie um den Bau  dreier weiterer Windräder.

Während der Beschluss in der Alt Zachuner Vertretung mit sechs Ja-Stimmen glatt durchging, gestaltete sich die Lage in Bandenitz deutlich komplizierter.  Erst erklärte sich der Bürgermeister Dietrich Groth für befangen, dann gab es eine Patt-Situation mit 2:2 Stimmern bei einer Enthaltung. Und am Ende stellte sich heraus, dass selbst dieser Nicht-Beschluss wohl nicht zu halten sein wird. Denn in der Bandenitzer Vertretung stimmte der Kläger in dem Windparkverfahren mit, obwohl er durch seine Klage befangen war. Im Ergebnis muss sich die Bandenitzer Gemeindevertretung noch einmal mit dem Themenkomplex beschäftigen.

An der Gesamtlage wird ein Ja oder Nein aus Bandenitz wenig ändern. Das gilt auch für das Nein aus der Gemeinde Holthusen.

Denn der kommunale Windpark steht nicht zuletzt dank des Zielabweichungsverfahrens des Landes sowieso auf der Zielgeraden. Schließlich war schon mit dem Bau der Erschließungsstraßen begonnen worden, bevor der Baustopp durch das Gericht kam.

Für die „naturwind schwerin gmbH“ als Bauantragsteller kein Grund, zu warten. Denn unabhängig vom Gerichtsverfahren hat das Unternehmen nämlich einen zweiten Bauantrag   „zur Errichtung eines Kommunal- und Bürgerwindparks mit elf Anlagen zwischen Sülstorf, Holthusen, Bandenitz und Alt Zachun“ gestellt. Und noch eine  Bauvoranfrage für die Errichtung von drei Windenergieanlagen auf Holthusener und Bandenitzer Territorium gestellt. Das wären dann schon 14 Windriesen mit je drei Megawatt Leistung und einer Höhe von  gut 200 Metern (Flügelspitze). „Hintergrund: Im Zielabweichungsverfahren wurde seinerzeit für 15 Anlagen Baurecht erteilt. Im ersten Planverfahren sind dann zunächst elf Anlagen genehmigt worden. Für die weiteren Standorte waren aus naturschutzrechtlichen Gründen Anpassungen notwendig. Die Koordinaten für die drei nun beantragten Windenergie-Standorte wurden leicht verschoben, um so den Belangen des Natur- und Artenschutzes gerecht zu werden“, so schrieb es uns Claudia Röhr, die Sprecherin des Unternehmens, auf Anfrage.

Damit wäre man schon fast bei den alten Zahlen. Zunächst war nämlich  von 19 Anlagen die Rede, im Zielabweichungsverfahren kamen  dann Genehmigungen für 15 Anlagen heraus.

Und dieser Park ist nicht der einzige, der geplant oder gar erweitert wird, wie es für den Uelitz-Lübesser Park beschlossen ist. In relativer Nähe zum kommunalen Park sollen ja auch noch 18 weitere Anlagen am Standort Hoort errichtet werden. Hier ist gleichfalls von Anlagen  mit einer Leistung von je drei Megawatt die Rede. Und die erreichen nach den heutigen technischen Standards eine Gesamthöhe von 200 Metern. Zum Vergleich, der Schweriner Fernsehturm erreicht mit seiner Antenne eine Höhe von 138 Metern.

Für diese 18 Hoorter Anlagen endete gestern der Auslegungstermin für die Unterlagen. Folglich läuft auch hier die Uhr,  sind Baugenehmigungen und tatsächliche Bauarbeiten absehbar.

Nimmt man alle Planungen und Vorhaben zusammen, entstünde zwischen Schwerin und der A 24 ein ganzer Wald an Windriesen, das Bild der Landschaft würde sich nachhaltig ändern.

Zumindest einige Gemeinden setzen über die kommunale Schiene darauf, ihre Einnahmesituation damit zu verbessern und  ihren Bürgern, günstige Strompreise zu ermöglichen.

Doch die Lager sind gespalten und werden es auch bleiben. Im Amt Hagenow Land setzt man daher alles daran, die Verfahren und Beschlüsse so sauber wie möglich durchzuführen, wie Alfred Matzmohr, der Leitende Verwaltungsbeamte, mitteilte. „Eine andere Chance haben wir auch gar nicht“.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Nov.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen