zur Navigation springen

Hagenower Kreisblatt

03. Dezember 2016 | 16:40 Uhr

Landfrauen von Picher : Wer will denn diese Frauen stoppen?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Die Landfrauen von Picher waren schon immer eine besondere Truppe, jetzt wurde groß der 15. Geburtstag gefeiert

Wer den Begriff Landfrauen mit langweilig, stimmungsarm und einfallslos übersetzt, der sollte nicht nach Picher fahren. Denn die dort im Landfrauenverein vereinten Frauen sind das glatte Gegenteil, und das schon seit vielen Jahren. Während anderswo ähnliche Vereine schließen müssen, weil keine Jüngeren mehr nachkommen, schaffen die Mädels und Damen um ihre Vereinsvorsitzende Hannelore Seemann den Spagat zwischen Jung und Alt. Lisa Grubba ist mit ihren 25 Jahren die derzeit jüngste Frau im Team, auf der anderen Seite reicht die Altersskala bis 80. Doch es ist nicht nur die reine Zahl der Mitglieder, aus den 22 Gründungsfrauen sind inzwischen 37 geworden, die Frauen aus Picher unternehmen auch viel. Selbst für ihre Geburtstagsfeier, zu der auch zahlreiche Männer aus dem Dorf geladen waren, ließen sie sich einiges über das normale Abendessen hinaus einfallen. Das Buchstabenspiel beispielsweise, bei der jeder Teilnehmer einen Buchstaben in der Hand hält. Und aus diesen Buchstaben müssen dann während eines Vortrages möglichst schnell Wörter gebildet werden. Sehr gut an kamen aber auch die Künste der Line Dance Gruppe an, die es auch schon zehn Jahre gibt und die auch längst nicht mehr auf die Landfrauen begrenzt ist. Der Verein mit der emsigen Biene als Wahrzeichen versteht sich als Motor im dörflichen Leben. Birgit Kraus, die Kreisvorsitzende der Landfrauen, war sehr gern nach Picher gekommen. Denn Vereine wie den dortigen könnte sie im Kreisgebiet noch einige mehr gebrauchen. Es gibt noch Landfrauenvereine in Strohkirchen, Redefin, in Brunow und in Teldau. Früher waren es mehr Ortsgruppen, doch fast überall haben die Landfrauen mit dem Thema Überalterung und dem Stigma der Langweiligkeit zu kämpfen. Picher hatte von Anfang an da mehr Schwung und Ideen zu bieten, nicht umsonst machen auch Frauen aus anderen Dörfern bei Aktionen des Vereines inzwischen mit. Gemeinsam statt einsam, das war und ist in Picher kein leerer Werbespruch, das wird gelebt. Ohne die Landfrauen ist inzwischen keine Feier im Dorf denkbar und so war es auch nur logisch, dass die Frauen einen großen Anteil am Gelingen der 725-Jahrfeier im Dorf hatten. Es gibt Ausflüge, z. B. zu Landfrauen in Thüringen, der nächste Besuch im Alten Land ist für das kommende Jahr fest verabredet. Der Kirchgemeinde im Dorf helfen die Landfrauen bei den Festen mit ihren Backkünsten, es gibt ein Frauenfrühstück im Mai. Und es gibt die schon sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. „Tannenbaumverbrennen, Oster- und Oktoberfeuer, das machen wir jeweils mit der Feuerwehr zusammen“, hatte Hannelore Seemann in ihrem Bericht gesagt und betont: „Unsere Freunde der Landfrauen, das sind unsere Männer, die uns immer helfen, wenn eine Männerhand gebraucht wird.“ Viele Dankesworte machten an diesem Abend die Runde, ein spezielles Dankeschön ging an den Bürgermeister Detlef Christ und damit an die Gemeinde. Die hilft den Frauen nicht nur finanziell, sie ist auch stolz auf den Verein. Und nicht nur zu den Geburtstagen lässt der Bürgermeister auf seine Landfrauen nichts kommen.

Natürlich wird bei allen Feiern und Aktionen auch die Tradition hoch gehalten. Seit Februar 2013 gibt es eine Kreativgruppe, die Frauen, die sich der Handarbeit verschrieben haben, treffen sich alle 14 Tage. Und auch die jüngeren und jungen Frauen im Verein fühlen sich bei den vielen Angeboten und Treffen wohl. Denn längst ist aus den Landfrauen aus Picher so etwas wie eine große Familie geworden.

zur Startseite

von
erstellt am 17.Okt.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen