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Hagenower Kreisblatt

06. Dezember 2016 | 16:55 Uhr

Kirch Jesar : Wenn der Bahnübergang ein Eigenleben führt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

In Kirch Jesar oder Neu Zachun kann es kreuzgefährlich werden. Polizei warnt vor lebensgefährlicher Ungeduld

Funktioniert er, oder ist wieder etwas kaputt? Diese Frage beschäftigt im November viele Autofahrer, die den Bahnübergang Kirch Jesar passieren. Zumindest für diesen Monat sind zwei große Störungen nachgewiesen, die zu sehr langen Wartezeiten führten. Und nach den Berichten von Lesern verloren einige Autofahrer nach Wartezeiten von 30 Minuten und mehr die Geduld und umkurvten die geschlossene Halbschranke. Lebensgefährlicher Wahnsinn, sagt die Polizei dazu und rät für einen solchen Fall zu Geduld oder Umkehr.

Es war am 8. November, als in Kirch Jesar die Halbschranken von 18.11 Uhr bis 19.05 Uhr geschlossen blieben.  Durch den damals herrschenden starken Schneefall war ein Zug in der Einschaltstrecke zum Halten gekommen. Diese Auskunft gab   Gisbert Gahler vom Regionalbüro Kommunikation Berlin der Deutschen Bahn. Die Entstörbereitschaft habe  an dem Tag um 19 Uhr mit den Arbeiten begonnen.  Die Anfahrt des Bereitschaftsmitarbeiters hatte sich durch den Schneefall verzögert.

Ein paar Tage später, am 12. November, gab es am gleichen Bahnübergang erneut eine Störung. Bahnsprecher Gahler: „Ursache war ein defektes Triebfahrzeug, das in der Einschaltstrecke liegen geblieben war. Um 9.15 Uhr begannen die Entstörarbeiten, die um 9.20 Uhr abgeschlossen waren.“  Volker Seyring, Bewohner aus Kirch Jesar, stand an diesen Tagen in der Warteschlange vor dem ständig geschlossenen Bahnübergang und sah, wie einige Autofahrer die Schranken umkurvten. „Wenn wir das sehen und die Fahrer erwischen, wird es richtig teuer“, erklärte Uwe Mathews, der Leiter des Hagenower Polizeireviers dazu. „Zwei Punkte, 700 Euro und drei Monate Fahrverbot sind die Folge. Das wäre die Strafe, aber vor allem ist und bleibt es lebensgefährlich.“

Wie zur Bestätigung hatte es am 9. November am Bahnübergang in Weselsdorf bei Ludwigslust einen schweren Unfall gegeben, bei dem ein 60-jähriger Autofahrer starb. Nach allen bisherigen Erkenntnissen waren auch diese Halbschranken geschlossen.

Für die Polizei sind Hilfseinsätze zur Absicherung von Bahnübergängen in der Region nichts Ungewöhnliches. „Sie kommen schon immer wieder mal vor, und wir versuchen dann in Absprache mit der eigentlich zuständigen Bundespolizei schnell zu sein“, weiß Mathews aus dem Alltag seines Revieres. Neben Kirch Jesar seien auch die Übergänge in Neu Zachun und Holthusen immer wieder mal auffällig. „Wir sperren dann ab oder leiten im Extremfall in Absprache mit der Bundespolizei den Verkehr dann langsam über den Übergang.“ Frank Schmoll, Sprecher der Bundespolizei mit Sitz in Rostock, bestätigte die Vorfälle und warnte. „Auch wenn der Autofahrer nichts sieht, so liegen in den allermeisten Fällen technische Ursachen für die Störungen vor. Auf keinen Fall sollte man durchfahren, das wäre immer ein gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr.“

Solange im Pannenfall die Schranken zugehen, ist die Sachlage noch relativ sicher. Schlimm ist nur, wenn die Ampeln Rot zeigen und die Schranken aber offen bleiben. Uwe Mathews: „Das gab es hier auch schon, dann müssen wir richtig schnell vor Ort sein.“

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erstellt am 21.Nov.2016 | 20:25 Uhr

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