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Hagenower Kreisblatt

10. Dezember 2016 | 15:38 Uhr

Dellien : Wählerwillen auf den Kopf gestellt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Schwarz-rot-rotes Bündnis aus CDU, SPD und Linken hat Mehrheit im neuen Rat. Mehrheitsgruppe setzte Rangfolge bei Stellvertretern durch

Sie haben es getan: Die Fraktionen von CDU, SPD und Linke haben eine Gruppe gebildet. Im Neuhauser Rat gibt es nun also ein ungewöhnliches, schwarz-rot-rotes Bündnis. Doch so möchte die Gruppe nicht genannt werden, sie bezeichnet sich als Drei-Parteien-Gruppe und wird in Zukunft offiziell auch so bezeichnet. Diese Konstellation hatte sich bereits abgezeichnet, nun ist sie Realität. Durch ihr Zusammengehen verfügt die Gruppe im Rat über acht Stimmen, also eine solide Mehrheit.

Die Unabhängigen bleiben die Unabhängigen mit fünf Sitzen im Rat. Joachim Warnke von der FDP hat sich keiner anderen Fraktion angeschlossen.

Zur konstituierenden Sitzung am Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus in Dellien hatten sich auch zahlreiche Bürger eingefunden. Der „Buschfunk“ hatte vorher schon getrommelt. Es begann dann alles ganz friedlich mit der Wahl des Ratsvorsitzenden. Thorsten Knebusch von den Unabhängigen schlug Dieter Schmidt (SPD) vor. „Dieter, du hast das schon in der vergangenen Legislaturperiode so gut gemacht, wir würden uns freuen, wenn du das wieder übernimmst“, so Knebusch. Christian Fabel (CDU), Gruppensprecher der Mehrheitsgruppe schloss sich an und Dieter Schmidt wurde einstimmig gewählt.

Dann war es aber auch schon vorbei mit der Einigkeit. Die Unabhängigen hatten beantragt, einen vierten Ausschuss zu gründen, der sich ausschließlich mit den Finanzen der Gemeinde befassen sollte. „Das ist unserer desolaten, finanziellen Situation geschuldet. Wir machen in jedem Jahr drei Millionen Euro Miese und brauchen ein Kontrollorgan, um dem entgegen zu wirken. Mit dem Haushalt befassen wir uns nur alle zwei Jahre bei den Haushaltsberatungen, das ist zu wenig“, begründete Thorsten Knebusch. Applaus aus dem Publikum.

Doch die Mehrheitsgruppe schmetterte den Antrag ab. „Das ist ohne Frage ein wichtiges Thema, aber wir wollen die Finanzen mit in den Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus schieben und ihn dann in Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Tourismus umbenennen“, so Christian Fabel.

Und dann wurde es sogar noch peinlich. Bei der Wahl der Stellvertreter der Bürgermeisterin schlug Knebusch vor, es so zu belassen wie bisher, nämlich bei zwei gleichberechtigten Stellvertretern. Doch das wollte die Mehrheitsgruppe nicht. Sie schlug eine Rangfolge vor, also einen ersten Stellvertreter und einen zweiten. Gute politische Sitte wäre nun gewesen, demjenigen, der als Kandidat die meisten Stimmen geholt hatte, nämlich Thorsten Knebusch (er konnte 785 Stimmen auf sich vereinigen, Fabel 507 Stimmen) den Vortritt zu lassen. Doch um die guten Sitten ging es nicht. Christian Fabel wollte unbedingt erster Stellvertreter der Bürgermeisterin werden, es wurde geheim abgestimmt und mit der neuen Mehrheit hatte Knebusch das Nachsehen.

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erstellt am 06.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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