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Hagenower Kreisblatt

05. Dezember 2016 | 03:21 Uhr

Lübtheen : Traum vom Supermarkt wird wahr

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Samuel Seidel (44) geht als Einzelhändler ins Risiko und beschert Lübtheens Innenstadt ab Januar einen richtigen Vollsortimenter

Monatelang wurde hinter den Kulissen um eine Lösung für die frühere Netto-Filiale im Herzen der Lindenstadt gerungen. Jetzt wird mit großem Aufwand an einem neuen Supermarkt gebaut, und am 4. Januar wird Einzelhändler Samuel Seidel dann seinen „Nahkauf“ eröffnen. Läden mit diesem Namen gehören mit Produkten, Lieferanten und Konzept zur Rewe-Gruppe. Mit dem Laden auf insgesamt 850 Quadratmetern kommt dann auch kein weiterer Discounter in die Stadt, sondern ein Vollsortimenter. Seidel, der als Getränkehändler und Partyausstatter seit zehn Jahren in der Region einen guten Namen hat, spricht von bis zu 12 000 Produkten, die im Laden zu finden sein werden. „Ich muss mit meinem Markt schon etwas anderes anbieten als das, was es in Lübtheen schon gibt“, ist sich der gelernte Bau- und Möbeltischler der Schwere seiner Aufgabe bewusst. Denn bisher gibt es mit Lidl und Netto nur Discounter in der Stadt.

„Versuchen sie mal in Lübtheen einen Lippenstift, Windeln oder einen Kamm zu kaufen, ein Ding der Unmöglichkeit erklärt Reinhardt Schmidt, Unternehmensberater aus Göttingen und Besitzer der alten Supermarktfiliale, die Einkaufssituation. Das werde sich nun ändern, auch weil Seidel mit seinem Team das Angebot sehr flexibel gestalten könne.

Das Gebäude am Kirchplatz beherbergte seit 1992 einen Plus-Markt, später wurde daraus der „Rote Netto“, der zu Edeka gehört. Doch Netto hat am Ortseingang der Stadt groß und neu gebaut und in diesem Jahr eröffnet. Seitdem war unklar, was aus der alten Filiale im Herzen der Stadt werden soll.„Wir sind als Stadt wirklich froh, dass wir nun einen Supermarkt im Herzen der Stadt bekommen, den fast alle Bürger fußläufig erreichen können“, freute sich Bürgermeisterin Ute Lindenau gestern. Sie, ihre Verwaltung und auch die Vertretung hatten das Vorhaben von Seidel nach Kräften unterstützt. Hinter den Kulissen war einiges zu klären, denn Netto hatte ja z. B. noch einen Mietvertrag bis 2018 für den alten Markt.

Vermieter und Investor Schmidt war hingegen mit der städtischen Politik nicht so glücklich. Er habe es schade gefunden, dass die Stadt das Grundstück am Ortseingang verkauft habe, nur um zusätzliches Geld für den Sportplatz zu bekommen. Schmidt brachte dann auch Seidel mit ins Spiel, denn der Getränkehändler ist jetzt schon Mieter bei ihm.


Seit Oktober läuft der aufwändige Umbau


All diese Querelen und schwierigen Verhandlungen sind nun vergessen, derzeit wird massiv umgebaut. Nach den Angaben von Samuel Seidel und Reinhardt Schmidt gehen derzeit einige Hunderttausend Euro in den Totalumbau und auch in die Einrichtung des Marktes. Komplette LED-Beleuchtung, moderne Kühlschrankreihen, deren Abluft für die Heizungsanlage genutzt werden, sollen zu dem Markt ebenso dazu gehören wie eine Extra-Salatbar und zahlreiche Frische-Angebote. Er wolle, so Seidel, eine Mischung aus preiswerten und hochwertigen Produkten anbieten und auch im Nicht-Lebensmittelbereich ein sichtbares Angebot vorhalten. Und der neue Supermarktchef, der seine Mannschaft zwischen 8 bis zehn Leuten bereits zusammen hat, will auf die Kundenwünsche hören und sein Sortiment auch danach richten. Zwar fand sich kein Fleischer, der in den Laden mit einer Filiale gehen wollte, dennoch wird es viele regionale Produkte geben, z. B. auch die von den Ludwigsluster Fleisch- und Wurstwaren. Klar ist auch, dass es im Eingangsbereich einen Extra-Backshop geben soll, ein Betreiber wird noch gesucht.

„Für mich wird trotz allem mit dem Projekt so etwas wie ein Traum wahr“, bekennt der 44-Jährige, der sich bei dem Risikounternehmen voll auf den Rückhalt seiner Familie verlassen kann. Doch Seidel hat auch noch andere Unterstützer, z. B. Jürgen Bobsien, der Rewe-Händler aus Zarrentin. Bei ihm ging er in den vergangenen Wochen praktisch in die Lehre. Auf seinen bisher so erfolgreichen Getränkemarkt wird und will er nicht verzichten, der kommt als Shop im Shop im neuen Markt mit eigener Kasse und Eingang zu neuer Geltung.

Beim Einzugsbereich für den neuen Markt wird weit gedacht, vor allem auch in Richtung Amt Neuhaus, Dömitz und auch entlang der Bundesstraße 5 in Richtung Ludwigslust oder in Richtung Vielank. Investor Schmidt: „Ich hatte 2012 schon einmal die Zusage für einen Sky-Markt, das zerschlug sich und jetzt haben wir hier nur Discount-Produkte. Alle Lübtheener, die etwas anderes suchen und brauchen, werden derzeit ja faktisch gezwungen, zum Einkaufen nach Hagenow, Wittenburg oder Ludwigslust zu fahren. Das muss ab 4. Januar dann nicht mehr so sein.“

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erstellt am 18.Nov.2016 | 17:00 Uhr

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