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Hagenower Kreisblatt

10. Dezember 2016 | 04:04 Uhr

Boizenburg : Schule im Kinosessel

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

In Boizenburg gibt es nicht nur eine, sondern zwei Schulkino-Wochen/ Mit 1800 Schülern hält das Kino in der Elbestadt einen Rekord in MV

Die Schulkino-Woche fand in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr vom 7. bis 11. November statt. Weil die Nachfrage aber so groß war, hat Christian Lempp, der Leiter des Boizenburger Kinos, aus einer zwei Wochen Kino für die Schule gemacht und zeigt auch noch in der laufenden Woche Filme für Schüler.

Während der Schulkino-Wochen können Klassen aller Schulformen und Altersgruppen Film-Vorstellungen zu vergünstigten Preisen in einem Kino in ihrer Nähe besuchen. Die Schulkino-Wochen sind ein bundesweites Projekt von „Vision Kino“ in Kooperation mit zahlreichen Partnern unter Beteiligung der Bildungs- und Kultusministerien der Länder und der Filmwirtschaft. In MV ist die Filmland gGmbH der wichtigste Kooperationspartner. Im letzten Jahr eröffnete Projektleiter Max-Peter Heyne von Filmland sogar die bundesweite Schulkino-Woche MV in Boizenburg, um damit das außerordentliche Engagement von Kinobetreiber Christian Lempp und seiner Mitarbeiterin Andrea Franke zu würdigen.


Schüler-Rekord für MV und Boizenburg


„Wir haben in diesem Jahr mit etwa 19  800 teilnehmenden Schülern in MV einen absoluten Rekord“, freute sich Max-Peter Heyne im Telefongespräch mit der SVZ. „Und das trotz der kürzeren Vorbereitungszeit durch die späten Sommerferien. Insbesondere Boizenburg, aber auch Ludwigslust und Ückermünde haben zu diesem guten Ergebnis beigetragen.“

Kinoleiter Christian Lempp konnte seine Rekordzahl vom letzten Jahr mit 1  580 Schülern noch einmal um 220 überbieten. Als Erfolgsrezept verrät Christian Lempp: „Wir suchen die Filme heraus, stellen Info-Material zusammen, vervielfältigen das und schicken es an die Schulen in der Region. Das ist viel Arbeit, vor allem für Andrea Franke.“

Außerdem stellt sich das Boizenburger Kino auf die jeweiligen Bedürfnisse und Busfahrpläne für die einzelnen Klassen ein.

Die Filme für die Schulkino-Wochen suchen Christian Lempp und Andrea Franke je nach Alter heraus. Für Grundschüler eher aktuelle Spielfilme, für ältere Schüler solche, dass Schüler und Lehrer im Anschluss darüber diskutieren können. Zu einigen Filmen waren auch in diesem Jahr Referenten eingeladen. „Uns ist es wichtig, möglichst viele Kinder und Jugendliche in ihrer Schulzeit an anspruchsvolles Kino heran zu führen“, so Lempp.

Die Schulkino-Woche ist nicht subventioniert. In Boizenburg bezahlt jeder Schüler 3,50 Euro pro Vorstellung. Davon bekommt der Verleiher etwa 38 Prozent, dann müssen noch zusätzliche Heiz- und Reinigungskosten abgezogen werden. Rechnet man dann noch die Arbeitszeit mit ein, bleibt unterm Strich nicht übermäßig viel übrig. „Aber Kino hat ja auch eine Bildungsfunktion“, findet der Kinochef.


Viele Schulen der Region nutzten das Angebot


Das Angebot, dass es inzwischen schon das zehnte Jahr in der Elbestadt gibt, nutzten dann auch alle vier Boizenburger Schulen und viele Schulen aus Wittenburg, Zarrentin, Vellahn und dem Umland.

Besonders spannend fanden Christian Lempp und Andrea Franke in diesem Jahr die Vorstellung von „Wir sind jung, wir sind stark“ für die zehnten Klassen der Tarnow-Schule mit anschließender Diskussion.

In dem Spielfilm wird die Eskalation der Gewalt in Rostock-Lichtenhagen 1992 aus der Sicht einer Clique von Jugendlichen gezeigt, die an dem Gewaltausbruch gegen Ausländer beteiligt waren. Wolfgang Richter, der zur damaligen Zeit Ausländerbeauftragter in Rostock und am Ort des Geschehens war, stellte sich im Anschluss an den Film den vielen Fragen der Schüler. Er konnte ihnen bestätigen, dass der Film sehr realitätsnah ist, Regisseur Burhan Qurbani hatte das Drehbuch eng zusammen mit Wolfgang Richter und anderen Zeitzeugen entwickelt.

Die 4a und die 4b der Eichen-Grundschule freuten sich gestern während der Unterrichtszeit über den dritten Teil der „Rico. Oskar und ...“ - Filmreihe. Auch die ersten beiden Teile hatten sie dank Klassenlehrerin Dörte Herzberg im Schulkino gesehen.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 13:30 Uhr

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