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Hagenower Kreisblatt

09. Dezember 2016 | 01:02 Uhr

Parchim/Hagenow : Rufbus 2017 auch in der Region Hagenow?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Busbetriebe wollen neues Bussystem als nächstes zwischen Hagenow, Zarrentin, Wittenburg und Boizenburg einführen

Am 11. Dezember beginnt im Landkreis so etwas wie die Revolution im öffentlichen Nahverkehr: Der Rufbus wird eingeführt. Allerdings zunächst nur in einem relativ kleinen Bereich des Altkreises Parchim. Es geht um ein vom Kreistag beschlossenes Projekt zwischen Parchim und Plau. Bisher war unklar,  wann es für den großen Rest des Landkreises weitergehen soll. Jetzt hat Stefan Lösel, der Geschäftsführer der kreislichen Busgesellschaft VLP, die nächsten Schritte im Gespräch mit der SVZ verraten. „Mit dem jetzt anlaufenden Projekt im  Südbahngebiet wollen und werden wir erste Erfahrungen sammeln, wie das System angenommen wird. Und dann werden wir weiterplanen, in welchen Bereichen wir den neuen Service anbieten wollen. Wir denken über die Räume entlang der Achsen Ludwigslust-Dömitz, Hagenow-Zarrentin und Zarrentin-Boizenburg nach.“ Bis Ende Dezember, so der  neueste Plan, soll feststehen, wie die einzelnen Rufbusflächen konkret  aussehen sollen. Die Einführung des neuen Systems soll dann im kommenden Jahr folgen. Es sei denn, das Pilotprojekt fährt völlig gegen die Wand, weil niemand den Rufbus anfordert. Doch davon geht bisher niemand aus.

Wann dann das neue Bussystem mit dem Hauptliniennetz und den Zubringern im ganzen Kreis angeboten wird, das steht noch nicht fest. Sicher ist, dass die Busbetriebe zunächst auf die jetzt schon gut frequentierten Buslinien setzen. Dazu gehört z. B. die Verbindung zwischen Hagenow und Zarrentin, die ja als Ersatzverkehr für die eingestellte Bahnlinie eingerichtet wurde.

Das neue Rufbussystem soll sicherstellen, dass jeder Bürger Anschluss an die Hauptlinie bekommt. Dafür wird eine definierte Haltestelle in jedem Ort festgelegt. Zu der kommt dann der Bus, den der Kunde telefonisch oder per Internet rufen muss. Kostenpunkt: Ein Euro pro Fahrt. Und je nach Aufkommen in einem Ort kommt dann wirklich ein Bus oder ein Taxis oder ein Spezialfahrzeug für behinderte Menschen und bringt sie zur nächsten Haltestelle der Hauptlinie. Und damit niemand warten muss, wird der Rufbus nur zu der Zeit kommen, wenn auch auf der Hauptlinie ein Anschluss möglich ist. Klingt kompliziert, ist aber für die Betroffenen einfach. Sie müssen nur ihre Haltestellen kennen und wissen, welche Verbindung sie im Hauptnetz haben wollen. Der Rest wird mit der Anmeldung erledigt. Wenn das funktioniert, wäre er plötzlich da, der flächendeckende Busverkehr, auch an Wochenende und bis in den Abend. Für die Verbindung Boizenburg-Zarrentin müsste allerdings noch eine Buslinie geschaffen werden, bisher gibt es die noch nicht. Doch die Experten in den Busbetrieben bereiten die Antragstellung dafür bereits vor, weil sich mit dieser Linie ein wichtiger Raum erschließen ließe. Fest im Fokus der Busleute ist dabei auch der Businesspark 24 Valluhn/Gallin mit seinen etwa 4000 Arbeitsplätzen. Dieses Gebiet soll in das neue Bussystem jedenfalls eingebunden werden. Nicht nur für Lehrlinge ergäben sich damit neue Perspektiven. Bisher ist das Gebiet mittels öffentlicher Buslinien eigentlich nur sehr schwer erreichbar. Viele Firmen klagen daher, dass es ihnen schwer falle, Lehrlinge zu finden, weil diese nicht wüssten, wie sie zu ihren Betrieben kommen sollen.

Das neue System soll den bisher gut funktionierenden Schülerverkehr in keiner Weise behindern oder aufheben. Fahrgäste können diese Busse dann auch ohne Einschränkungen nutzen.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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