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Hagenower Kreisblatt

04. Dezember 2016 | 23:23 Uhr

Mehrfamilienhaus brennt in Hagenow : Rettung durch die Feuersbrunst

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

In letzter Minute brachten sich die Mieter vom Kießender Ring in Sicherheit. Räume im Aufgang sind gegenwärtig nicht bewohnbar

Diese plötzliche Angst werden Manuela Aagard und Christian Flachs nicht vergessen. „Erst ging das Licht nicht, der Strom war weg, es roch nach Schwefel. Und dann ging alles ganz schnell. Im Flur hat es sofort gebrannt und wir mussten zusehen, dass wir aus der Wohnung kommen“, erzählt die Hagenowerin noch während des Feuerwehreinsatzes im Kießender Ring im SVZ-Gespräch von den dramatischen Minuten zuvor. Aus noch unbekannter Ursache geriet ein Sicherungskasten im Treppenflur des Mehrfamilienhauses in Brand.

Die Bewohner des Aufgangs sind an Flammen und Qualm vorbei am Mittwochabend kurz nach 19 Uhr glücklicherweise unverletzt auf die Straße geflüchtet. „Der Lütte hat nicht mal Schuhe an“, macht Manuela Aagard die Dramatik des Augenblicks deutlich.

Zeitgleich bekommt Bürgermeister Thomas Möller einen Telefonanruf, der ihn aufschrecken ließ. Den Stadtoberen hielt es danach nicht mehr in der Alten Synagoge, wo er sich eigentlich den Film über Rabbi Wolff anschauen wollte. Doch daraus wurde nichts. Er kümmerte sich vor Ort zusammen mit den Einsatzkräften um die an diesem Abend wohnugslosen Mieter des Hauses, die ihr Hab und Gut in ihren verqualmten Wohnungen zurücklassen mussten. Aufgrund der Belastung mit Umweltgiften hatte die Feuerwehr den Aufgang gesperrt.

Die Mieter konnten kurzzeitig noch einmal an diesem Abend in ihre Wohnungen, um das Nötigste, wie u.a. Medizin, Kleidung und Schulsachen für die Kinder zu holen. Ein Teil der Geschädigten kam danach bei Angehörigen unter. „Als Stadt haben wir nach dem Feuer eine Familie für eine Nacht untergebracht. Jetzt ist der Vermieter gefragt, der sich um die weiteren Fragen kümmern wird“, sagte Bürgermeister Thomas Möller gestern auf SVZ-Nachfrage.

Die Polizei versiegelte dann den Aufgang, jetzt laufen die Untersuchungen. Nach den Worten von Polizeirevierleiter Uwe Mathews sei eine Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung aufgenommen worden. Wie Feuerwehr-Einsatzleiter Sven Hoffmann sagte, war die Hagenower Wehr mit fünf Fahrzeugen und 20 Kameraden im Löscheinsatz. Der Sachschaden wird auf rund 100  000 Euro geschätzt. Ein Feuerwehrmann erlitt eine Rauchgasvergiftung. Er musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Vermieter, das Möllner Wohnungsunternehmen Gaedeke, wollte heute auf SVZ-Nachfrage kein Statement abgeben.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 16:30 Uhr

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