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Hagenower Kreisblatt

09. Dezember 2016 | 16:33 Uhr

„Mecklenburger Ernte“ Wittenburg : Regionalisierung ist ein Kernthema

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Unternehmen der Erzeugerorganisation „Mecklenburger Ernte“ fahren in diesem Jahr eine gute Ernte ein. Rekordergebnis beim Umsatz

Auf den Schlägen kurz vor Zarrentin ging vor einigen Tagen die Broccoli-Ernte zu Ende. Nach den Worten von Klaus-Dieter Wilke, dem Geschäftsführer der Erzeugerorganisation „Mecklenburger Ernte“, geht ein gutes Erntejahr zu Ende. 

SVZ sprach mit ihm  über das abgelaufene Erntejahr: „In diesem Jahr können wir auf ein Rekordergebnis beim Umsatz verweisen. Im vorigen Jahr lagen wir bei 105 Millionen Euro, in diesem Jahr peilen wir  112 Millionen Euro an. Das wäre das Rekordergebnis seit Bestehen der Erzeugerorganisation, der insgesamt 26 Unternehmen in mehreren Bundesländern und in Spanien angehören“, sagte der Geschäftsführer.

Witterung war im Jahresmittel gut

Bei der Gemüseproduktion sind die Mitgliedsunternehmen planmäßig in die Saison gestartet, obwohl die Witterung nicht immer optimal war.  „Das Wetter  im Norden war teilweise von Extremen geprägt. So hatten unsere Unternehmen beispielsweise eine Hitzeperiode zu überstehen. Wenn wir allerdings das Jahresmittel betrachten sind wir gut davon gekommen. Das  Jahr mit seinem Wetter,  wie wir es jetzt im Rückblick betrachten, hat zu einer stabilen Ertragsbildung und zur positiven Preisbildung beigetragen“, sagt der Geschäftsführer weiter.

Bei der Gemüseproduktion rückt nach seinen Worten eine immer stärkere Spezialisierung in den Mittelpunkt. Ein Rückgang bei bestimmten Kulturen musste im Interesse der Betriebe mit anderen Erzeugnissen ausgeglichen werden , um den gesamten Anbauumfang nicht nur zu erhalten sondern auszubauen. So kam ein Großteil der Kulturen, die sonst nicht im Anbau waren, auf die Felder. Um dem Anspruch der Regionalität gerecht zu werden wurden sogar   1,5 Hektar Porree in Gresse angebaut, um  auch dieses Gemüse im Handel anbieten zu können. Regionalität wird eben vom Markt verlangt, und als Produzent muss man darauf reagieren, so Wilke.

Bunte Salate für die  Verarbeitung

Dabei geht es nach seinen Worten auch um andere Gemüsearten, wie Mini-Pak Choi, Spinat und auch Drill-Kulturen, die früher eher  untypisch im Anbau waren.  Ziel sei es dabei auch , bunte Salate, die in kleinster Form und jung geschnitten fast fertig für die Verarbeitung in der Küche sind, dem Kunden anzubieten. „Mit dieser Strategie konnten wir mehr als nur den Ausgleich bei den Kulturen  schaffen. Die tragenden Säulen sind nach wie vor die Salate Romana und Mini Romana, die sehr erfolgreich in Gresse angebaut werden. Schwerpunkt für die Mitgliedsunternehmen ist  das weitere Voranbringen der Regionalisierung. Diesem Trend müssen wir entsprechen, um die Betriebe auf dem Niveau zu halten und auszubauen. Das bedeutet, dass in jedem Jahr zwei bis drei neue Kulturen dazu kommen. Wir haben gute Kontakte zum Lebensmitteleinzelhandel, um relativ feste Strukturen im Anbauverhältnis zu schaffen“, sagt Klaus-Dieter Wilke weiter.

Und wie sieht es im Obstbereich aus? Auch dort können die produzierenden Unternehmen von einer positiven Situation sprechen.  Günter Brand aus Boddin rechnet  beispielsweise mit einer durchschnittlichen Apfelernte. „Wir befinden uns im letzten Drittel und können jetzt schon sagen, dass die Qualitäten vom Tafelobst gut sind“, so der Obstbauer, der gleichzeitig Vorsitzender des Verbandes Mecklenburger Obst und Gemüse ist. Und auch in Dodow und Schwechow rechnet man nach den Worten von Klaus-Dieter Wilke  mit einer  guten  Apfelernte.

„Wir können heute sagen, dass von der Apfelernte im Land im Landkreis Ludwigslust Parchim 80 Prozent eingebracht werden. Und auch die Qualitäten im Tafelbereich sind  gut. Ein Phänomen ist in dieser Ernteperiode die sehr unterschiedliche Ausprägung der Reife der einzelnen Sorten. Das bedeutet eine differenziertere Ernte in den Plantagen bei den  Sorten als in den Vorjahren“, so der Geschäftsführer weiter.

„Gelber Köstlicher“ jetzt schon vom BaumSo sei beispielsweise der „Gelbe Köstliche“  im vorigen Jahr am 20. Oktober geerntet worden. Jetzt sei er schon runter vom Baum.  Zu den Mitgliedsbetrieben der Erzeugerorganisation gehören u.a. die  Behr Gemüsegarten GmbH in Gresse, wo der Hauptanbau im Bereich Broccoli und Mini Romana liegt. Parallel dazu arbeitet die Bio-Behr GmbH auf Hauptanbauflächen in Gallin und Kölzin. Insgesamt gehören 26 aktive Betriebe zum Verbund. Dabei sind die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein Westfalen, Hessen, Sachsen Anhalt und Brandenburg angesiedelt.

Im kommenden Jahr sei eine weitere Ausrichtung auf den Lebensmitteleinzelhandel vorgesehen, um einen  hohen Grad an Planmäßigkeit zu bekommen. Wenn hierzulande der Winter Einzug hält, geht die Produktion  in Spanien, in Murcia weiter, um große Teile des deutschen Lebensmitteleinzelhandels mit Eisbergsalat, Kohlrabi und  Mini Romana  zu beliefern.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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