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Hagenower Kreisblatt

10. Dezember 2016 | 11:48 Uhr

SVZ-Fragen zum Wochenende : Plan vom Glück stets im Gepäck

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Thomas Grimm würde gern den Tauchschein machen und den Dalai Lama treffen. Wittenburger mag Menschen, die niemals aufgeben

Wir Menschen vergessen oft das Glücklichsein. Beim alltäglichen Gejammer darüber, was uns alles fehlt, anstatt uns darüber zu freuen, was wir haben. Sicher, es gibt unzählige gute Gründe, zu verzweifeln, doch auch so viel Lärm um Nichts. In einer lauten, schnellen Welt, wo der alberne Wichtigtuer oft mehr gilt, als derjenige, der sich leise auch mal um die Schwachen kümmert. Und kein Aufhebens darum macht.

Einer, der für sich vor langer Zeit entschieden hat, glücklich zu sein, egal, wie sehr ihn auch das Leben benach- oder bevorteilt, ist Thomas Grimm. Er sei ein dankbarer Mensch, gesteht uns der gebürtige Benniner. Und neige dazu, die einfachen Dinge zu genießen. Sich eine positive Sichtweise auf das Leben anzueignen, kurbele das Wohlbefinden an, rät er. Das Geheimnis des Glücks sei für ihn persönlich ganz simpel, nämlich achtsam zu sein. SVZ-Redakteur Thorsten Meier beantwortete der 48-Jährige, der einst Facharbeiter für Pflanzenproduktion lernte und heute mitarbeitender Ehemann ist, in seiner Wohnküche unterm Dach die beliebten Fragen zum Wochenende. Während sich Frau Bärbel, 51 Jahre alt, an ihren Gatten kuschelt. Die beiden habe das Leben zusammengespült, sagen sie lächelnd. Und halten sich die Hand. Denn auf den Tanz im Mai 1998, wo sie sich das erste Mal über den Weg gelaufen seien, habe eigentlich keiner der beiden gehen wollen. „An Thomas schätze ich besonders seine positive Lebenseinstellung. Für ihn ist das Glas immer halb voll. Er gibt mir oft, wenn ich es brauche, Kraft und ist eine große Stütze. Einfach unersetzbar.“

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Strebe danach, jeden Tag glücklich zu sein. Und wenn es nur ganz kurze Momente sind. Genieße sie, denn sie sind das Leben.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Neben meiner Frau.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit dem Verkauf von Streuselschnecken in der Schulzeit. Ich habe sie für einen Groschen gekauft und für 20 Pfennige weiter verkauft an meine Mitschüler.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Für Zigaretten, Benzin und Geschenke für die erste Freundin. (grinst)
Wo findet man Sie am ehesten?
Auf dem Hof in der Wasserstraße und im Laden.
Was stört Sie an anderen?
Schlechte Laune und Unzufriedenheit. Es gibt immer etwas, worauf man sich freuen kann, auch wenn es noch so klein ist.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Menschen, die niemals aufgeben, sich durchbeißen, egal, wie sehr ihnen das Leben auch Übles einschenkt.
(„Er ist mein Held, weil ich mich immer auf ihn verlassen kann“, wirft Bärbel Grimm lachend in die Gesprächsrunde.“)
Was würden Sie gern noch können?
Tauchen. Ich würde gern den Schein dafür machen. Ein Freund will in den niederländischen Antillen demnächst eine Tauchschule eröffnen. Vielleicht klappt es ja mal dort in der Karibik.
Was bedeutet Ihnen persönliches Glück?
Jeder Mensch ist für sein Glück alleine verantwortlich. Es ist auch kein Tauschgeschäft mit anderen. Das Leben schuldet niemandem etwas.
Sind Sie ein Kopf- oder eher ein Bauchmensch?
Ganz klar Bauchmensch. (Bärbel: „Thomas denkt bei seinen Entscheidungen auch oft an andere. Wenn es ihm gut geht, profitiert seine Umwelt auch davon“, sagt’s und lächelt.)
Wonach suchen Sie im Leben?
Ich suche nicht. Ich bin glücklich, es ist alles da.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Cola und einen guter Korn, aber auch Obst, Gemüse, Avocado, statt Butter als Aufstrich, und Brötchen vom Bäcker.
Wenn Sie kochen oder essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?
Deutsche Küche. Schnitzel mit Erbsen und Möhren sowie Bratkartoffeln mit Spiegelei. Da könnte ich mich reinlegen.
Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?
Was total Verrücktes: Nämlich Bungee-Jumping aus einem Helikopter, das muss echt geil sein. Ich steh’ auf den Kick und das Adrenalin.
Wen würden Sie gern mal treffen?
Den Dalai Lama, Robert Betz und Andrea Schirnack, alles drei spirituelle Menschen, die auch jede Menge Humor besitzen. Und Möglichkeiten aufzeigen, wie man als Mensch an sich und seinem Partner wachsen kann. Wozu Liebe fähig ist, wenn man sich um sie kümmert und nicht als selbstverständlich ansieht.
(In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), fand der 14. Dalai Lama gestern zur Flüchtlingskrise übrigens unerwartete Worte: „Wenn wir in das Gesicht jedes einzelnen Flüchtlings schauen, besonders bei den Kindern und Frauen, spüren wir ihr Leid. Ein Mensch, dem es etwas besser geht, hat die Verantwortung, ihnen zu helfen. Andererseits sind es mittlerweile zu viele. Europa, zum Beispiel Deutschland, kann kein arabisches Land werden. Deutschland ist Deutschland. (lacht) Es sind so viele, dass es in der Praxis schwierig ist. Auch moralisch gesehen finde ich, dass diese Flüchtlinge nur vorübergehend aufgenommen werden sollten. Das Ziel sollte sein, dass sie zurückkehren und beim Wiederaufbau ihrer eigenen Länder mithelfen.“)
Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?
Liebevoll
Wo ist für Sie Heimat?
Überall, wo ich glücklich bin, ist für mich Heimat.
Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer ersten Reise?
Mit dem Mopeds und den Kumpels das erste Mal alleine auf großer Fahrt in Richtung Ostsee auf die Insel Poel und nach Kühlungsborn. Ohne Erwachsene. Da konnten wir als Jugendliche, ich war damals etwa 15 Jahre alt, das erste Mal so richtig die Sau rauslassen. Was wir natürlich auch getan haben. Wir haben es richtig krachen lassen. (grinst in sich rein.)
Worauf könnten Sie niemals verzichten?
Auf meine Familie, sie ist mein größtes Geschenk im Leben. Ehrlich.
Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Jan Krüger aus Schwartow, er hat in Lehsen eine Autowerkstatt. Würde mich wirklich mal interessieren, was der so auf diese Fragen antwortet.

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erstellt am 15.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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