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Hagenower Kreisblatt

05. Dezember 2016 | 01:24 Uhr

Boizenburg : Pläne für den Einkaufsmarkt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Im Bauausschuss stellte Diplom-Ingenieur Jörg Lewin den Bebauungsplan Nr. 34 für den Großmarkt an der Schwartower Straße vor

Auch wenn sich die Landesplanung immer noch nicht zu den Darstellungen der Stadtverwaltung Boizenburg als Antwort auf ihre Einwände zur Ansiedlung eines Großmarktes an der Schwartower Straße geäußert hat - die Stadt arbeitet weiter daran, Bauplanungsrecht zu schaffen. Im Mai hatte Irmtraud Kunkel, die zuständige Mitarbeiterin des Referates „Raumordnungsrecht und raumordnerische Belange einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung“ im Schweriner Ministerium für Energie und Landesentwicklung, in einem Schreiben an die Stadtverwaltung Bedenken gegen die Ansiedlung eines Vollsortimenters in Boizenburg erhoben (SVZ vom 2.6.2016). Das Referat muss von Amts wegen die möglichen Auswirkungen eines solchen Marktes überprüfen, bevor mit konkreten Planungen begonnen wird.

Hauptsächlicher Einwand war, dass das Baugebiet nicht im Innenstadtbereich liegt. „Damit wären schädliche Auswirkungen auf den zentralen Versorgungsbereich Innenstadt zu erwarten. Das hieße, der Markt würde Kunden und Kaufkraft zu Lasten der bestehenden innerstädtischen Geschäfte bündeln. Es wäre also zu erwarten, dass im mit Städtebaufördermitteln hergerichteten zentralen Bereich ein Leerstand provoziert wird. Die Ziele der Raumordnung sehen jedoch vor, dass zentrale Lagen gestärkt werden“, hieß es dazu von Steffen Wehner, dem Pressesprecher des Ministeriums gegenüber der SVZ.

Inzwischen hat die Stadt bei der Landesplanung dargelegt, auf dem Gebiet entlang der Schwartower Straße, wo jetzt Garagen stehen, Wohnungen bauen zu wollen, genauer gesagt Flächen für den Bau von Einfamilienhäusern zu schaffen. Damit würde der Bereich für den Großmarkt nicht mehr als Außenbereich gelten.

„Dafür reicht allein die Planung aus“, erläuterte Dagmar Poltier, Fachbereichsleiterin im Boizenburger Bauamt, im Gespräch mit der SVZ. „Wir werden jedoch keinen Garagenbesitzer mit Zwang aus seiner Garage werfen“, so Poltier. „Garagen, die abgegeben werden, werden nur nicht mehr vermietet. Das kann Jahrzehnte dauern, bis alle leer sind.“ Kleingärten seien von den Plänen für die Wohnbauflächen nicht betroffen.

Für das Baugebiet des Vollsortimenters steht nun fest, dass es sieben Kleingärten trifft. „Davon sind drei nicht belegt. Für die vier anderen werden in Zusammenarbeit mit dem Kleingartenverein Ausgleichsgärten gefunden“, sagte Kerstin Schiller bei der Bauausschuss-Sitzung.

Ursprünglich sollten die Planungskosten für das Baugebiet vom Investor übernommen werden, anfangs war der Betreiber der geplanten Rewe-Filiale im Gespräch. Inzwischen hat die Stadt entschieden, die Planungen auf eigene Kosten zu betreiben, für rund 38  000 Euro, wie Bürgermeister Harald Jäschke auf Anfrage der SVZ mitteilte. Vorteil dabei ist, dass sich die Stadt nicht schon jetzt auf einen Investor festlegen muss, sondern das Grundstück an den Meistbietenden verkaufen kann.

„Was ist, wenn sich kein Investor findet?“, war die berechtigte Frage von Andreas Dierks (CDU). Dann könne das Gebiet relativ problemlos in ein Wohnungsbaugebiet umgewidmet werden, antwortete Jörg Lewin. Die Kosten dafür würden jedoch auch noch einmal 20  000 Euro betragen.

Wenn die Stadtvertretung am 20. Oktober dem Beschluss über den Vorentwurf des B-Planes und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit zustimmt, werden die Planungsunterlagen voraussichtlich im Dezember einen Monat lang öffentlich ausliegen. Dann können Bürger, Behörden sowie Träger öffentlicher Belange ihre Einwände vorbringen.

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erstellt am 15.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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